Dan Deacon - America - Cover
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Dan Deacon America


  • Label: Domino Records
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Philip Glass wäre stolz, wenn er mal wieder nicht ganz so minimalistisch zu Werke geht.

Dan Deacon ist ein Komponist, der mit dem Wort Grenzen nicht viel anfangen kann. Von hektisch tanzbar („Guilford Avenue Bridge“) bis majestätisch („USA I: Monster“) kann und will er alles abgrasen, was sein elektronischer Musikbaukasten ihm zur Verfügung stellt. Stampfend, ächzend und immer weiter laufend präsentiert sich die kraftvolle Musik Deacons als Perpetuum Mobile, welches – einmal losgetreten – kein Ende finden möchte.

Schaut man sich die Trackliste des Electro-Abenteuers näher an, überragt der Name USA die Tracklist. Das passt zur Natur des aktivistischen Musikers, der dazu verleiten möchte, sich am Leben zu beteiligen. Gesellschaften (und auch Lieder) ergeben sich nicht von alleine, sondern jeder soll seinen Teil dazu beitragen. In diesem Sinne lässt sich auch die Vielzahl von Einflüssen in Deacons Musik verstehen. Sein Einsatz vieler einzelner Töne, die trotz individueller Momente als Komplex daherkommen, sind wie ein Sinnbild der großen Masse, die sich aus vielen Einzelnen zusammenschließt.

Ein wenig erinnert dieser akustische Lebensstrom an Sufjan Stevens, der schon auf seinem Instrumental-Album „The BQE“ den Geist einer lebenden Stadt wiedergeben wollte. Dan Deacon versucht sich unbestimmt an der gesamten Menschheit und findet seine Energie und den Kampf („USA IV: Manifest“) genauso sicher wie den Frieden („Prettyboy“). Für viele Hörer wird dieses elektronische Feuerwerk zu viel sein und die wirklich überragenden Momente sind ebenfalls rar. Wer aber einfach nur sprühendes Leben mit einer spirituellen Ebene genießen möchte, der tut sich diese Hymnen und Anti-Hymnen auch gerne mehrfach an.

Anspieltipps:

  • USA

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