Iremembertapes. - Human Architecture - Cover
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Iremembertapes. Human Architecture


  • Label: Global Satellite/Rough Trade
  • Laufzeit: 38 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein neuer Stern im Stil des 80er-Pop oder doch bloß nur ein Kniefall vor alten Größen?

Der Name lässt aufhorchen. Zwar wird dieser unnötig kompliziert iremembertapes. geschrieben, doch so sind Künstler anscheinend. Aber ja, 80er-Kinder dürfen sich heute schließlich schon Retro nennen, wenn sie noch Kassetten kennen. Natürlich sind auch noch Kinder des anschließenden Jahrzehnts in den Genuss von Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg in Form von Hörspielen gekommen. Ganz ohne diese silbernen Scheiben, sondern mit diesen kleinen Tapes, die man in nicht ganz so lichten Momenten gerne ab- und aufrollte, bis die guten Stücke nicht mehr funktionierten.

Aus dieser Zeit wollen die Herren aus Großbritannien ihre Inspiration ziehen und an Hawaii-Hemden und schräge Frisuren (ja, die gab es schon vor den 90ern) erinnern. Also ab ins Kopf-Cabriolet und die Fenster runtergelassen. Da tönen Synthesizer und Keyboard-Klänge von der ersten Sekunde und man fühlt sich tatsächlich zurückversetzt in die 80er. Ob „First Light“ oder „Don't Touch Me There“: Das Album liefert einen eingängigen Track nach dem nächsten im Gewand der Gitarren von The Cure und den elektronischen Spielereien eines Frankie Goes To Hollywood. Der Gesang geht dabei in die Richtung von Alphaville und sorgt so für den richtigen Rundumklang, wenn man es tatsächlich auf die Zeitreise anlegt.

Die Stimmung ist allerdings auch der größte Pluspunkt der Musik. Scheinbar blieben die Melodien auf der Strecke, als der perfekte 80er-Sound gesucht (und gefunden) wurde. Nicht, dass die 38 Minuten nicht unterhaltend oder gar minderwertig wären, aber kein Track will so richtig im Kopf bleiben. Spätestens bei „Life For Now“ und „My Friends And I“ ist man sich ziemlich sicher, dass diese Tracks so ähnlich bereits liefen. Natürlich ist das den einzelnen Lieder gegenüber unfair, aber wenn sich innerhalb eines Albums schon solch gravierende Wiederholungen bemerkbar machen, ist das kein Zeichen von Qualität. So muss man sich gegen Ende der kurzen Platte eingestehen, dass man es mit guter Mittelmaßware zu tun hat, die lediglich den Stempel „80er“ verdient, ohne damit eine positive oder negative Aussage treffen zu wollen.

Anspieltipps:

  • So Many People
  • First Light
  • Gossip

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