Stefan Goldmann - 17:50 - Cover
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Stefan Goldmann 17:50


  • Label: Macro/ALIVE
  • Laufzeit: 51 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.2/10 Leserwertung Stimme ab!

House mal wieder anders, aber deswegen auch besser?

Achtung, Special-Interest! Anders kann man die Musik von Stefan Goldmann auf „17:50“ nicht nennen. Wer in den letzten Jahren den einen oder anderen Club-Kult-Hit geschrieben hat (z.B. „The Maze“, „Sleepy Hollow“) und gerne von anderen aufgenommen und neu gemischt wird, der braucht Abwechslung. Nach einem Japan-Aufenthalt hat der Berliner Techno- und House-Experte Lust auf Neues bekommen und versucht, die fremden Einflüssen in sein Genre einzubringen. Das Ergebnis ist ein minimalistisch angehauchter Mix aus Musik, die auch einem Philip Glass aus dem Kopf entsprungen sein könnte.

Was nach dem kurzen, nichtssagenden Opener „17:50“ in „Carrion Crow“ und „Rigid Chain“ asiatisch wirken soll, verschwindet oft hinter dem Minimal-Aspekt der Musik. Hört man genau hin, erkennt man als Freund und Interessent von und an fernöstlicher World Music, dass tatsächlich eine gehörige Portion Asien in diesen Arrangements vorhanden ist. Zumeist liegt allerdings ein Schleier aus Elektronik über den traditionellen Melodien, die für das europäische Ohr ungewohnt klingen. Allein in „The Outness Queen“ darf sich das wortwörtliche Geplänkel ohne großen Elektromantel präsentieren.

Durch die ungewohnten Klänge, die mal mit Plastik-Pop-Japan („Carrion Crow“) oder Bombay („Adem“) in Berührung kommen, wirken diese Zusammenhänge bei vielen Hörern ungewollt lustig und stechen weniger mit Tanzbarkeit und Flow hervor. Zwar wird sich aus einem „Adem“ ein netter Track basteln lassen, aber selber ist es nur eine lose Idee, die mit acht Minuten viel zu lange ausgereizt wird. Überhaupt kommt „17:50“ als eine Ansammlung von Einfällen daher, die fast schon gewollt wie eine bloße Vorlage wirkt, die von anderen geschliffen werden soll. Da helfen dann auch noch so viele eigene Ansätze nichts, wenn ein Album so wenig vollendet wirkt.

Anspieltipps:

  • Dead Cat Bounce
  • Adem
  • Carrion Crow

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