Dikta - Trust Me - Cover
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Dikta Trust Me


  • Label: Smarten-Up/Rough Trade
  • Laufzeit: 48 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
7.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Isländer haben nicht viel an Qualität, aber viel an Überraschung verloren.

Keane, Coldplay und aufgrund der hohen Stimme wohl auch A-ha sind die berühmten Querverweise für die 2011 durchgestarteten Isländer von Dikta. Im Gegensatz zu den meisten anderen Vertretern der Musikbranche aus dem Björk-Land eher leichteren Strukturen verfallen und baden sich nicht in experimenteller Glorie. Nach den lebensfrohen (Coldplay mit „Mylo Xyloto“) und romantisch optimistischen (Keane mit „Strangeland“) Outputs der letztens noch Vorbilder der Band, herrscht jetzt eine neue Erwartungshaltung. Jetzt muss der Sound Diktas sich selbst beweisen.

Mit dem letzten Album noch gut im Gedächtnis und einem Blick auf Indie-Rock und Pop der letzten Monate erschüttert die Vorab-Single „What Are You Waiting For?“ auf Anhieb. Generisch und programmatisch offenbart sich der glasklare Gesang Haukurs und wird zu mit hymnischen Gitarren und typischen Piano- und später auch Streicher-Einlagen zu Pop-Bombasten, die sich einer echten Emotionalität entbehren. Fraglos ist der Auftakt technisch perfekt. „What Are You Waiting For?“ und „In Spite Of Me“ sind Bilderbuch-Popsongs. Wirkliche Nähe bauen die Lieder aber genau deswegen nicht auf. Die angezogene Handbremse lässt die Tracks im Limbo zwischen Emotionalität und mitreißenden Melodien vereinsamen.

Als wolle man gar nicht unter einer Oberfläche kratzen wollen und bloß jedem gefallen können, geben sich die Lieder selten nachdenklich und sobald E-Gitarren Riffs spielen, traut man sich nie wirklich vorzupreschen, noch einen emotionalen Rocksong zu erschaffen. Dagegen steuert auch die immer melancholisch aufbegehrende Stimme Haukurs. Nur in ruhigen Stücken (z.B. „Cycles“) lässt die Band echten Emotionen Platz, was die eigenen Fähigkeiten jedoch arg limitiert. Viel zu selten scheint die Symbiose aus der instrumentalen Stimmung und der Stimme des Sängers durch. Einige Momente in „Buy It for The Riot“ machen Mut, der allerdings nie mit konsequenter Umsetzung belohnt wird. So ist dieses solide Album wie ein Spiegel zu Bands wie Snow Patrol, die sich partout nicht weiterentwickeln zu wollen scheinen und sich knallhart einen Riegel vor die eigenen Möglichkeiten schieben.

Anspieltipps:

  • Caution
  • Cycles
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