D-Bo - Kopf+"^k Mit Niveau - Cover
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D-Bo Kopf+"^k Mit Niveau


  • Label: Wolfpack Entertainment
  • Laufzeit: 73 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
7.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Aus HipHop/Rap wurden Electro und Dubstep. Ein Kopffick, der jetzt auch künstlerisch Sinn macht.

Mit dem Doppelalbum „Kopffick mit Niveau“ veröffentlicht Danny „D-Bo“ Bokelmann (34) inzwischen schon das dritte Werk auf seinem eigenen Label Wolfpack Entertainment. Do it yourself scheint sich also auszuzahlen, und wenn es nur darum geht, dass dem Künstler niemand in seine Kunst herein redet. Denn diese hat sich seit den Anfangstagen auf dem Kultlabel „I Luv Money Records“ und später als Bushido-Signing auf ersguterjunge mit den Alben „Die Lüge Der Freiheit“ (06/2009) und ganz besonders „Auf Der Suche Nach Dem Glück“ (02/2011) stark gewandelt.

Zwar nutzt D-Bo weiterhin Rap und HipHop als Basis, doch mit vielen gesungenen Passagen, Texten, die nicht den üblichen Klischees des Genres entsprechen sowie tanzbaren Elementen aus Electro und Dubstep mit poppigen Melodien als Krönung, schaut der 34-Jährige inzwischen so weit über den musikalischen Tellerrand hinaus, dass Puristen schreiend die Flucht ergreifen könnten. So war es jedenfalls oft im Zusammenhang mit dem damals überraschend elektronischen „Auf der Suche nach dem Glück“-Album zu beobachten, das viele Fans aufgrund des extremen Stilwechsels vor den Kopf stieß.

Im Prinzip wird „Kopffick mit Niveau“ diesen Umstand nicht ändern, sondern sogar noch verstärken. Denn mit Max Mostley (u.a. Chakuza, Bushido, Nazar, Raf Camora) als Produzenten hat D-Bo einen musikalischen Partner gefunden, der in der Lage war, seine Ideen so umzusetzen, dass „Kopffick mit Niveau“ nicht wie ein Experiment aus einer Laune heraus klingt, sondern wie eine Art Konzeptalbum mit Hand und Fuß. So ist Max Mostley gleich bei sechs Tracks als Feature-Gast involviert und verstärkt damit die Authentizität, die bei „Auf Der Suche Nach Dem Glück“ noch etwas auf der Strecke geblieben war.

Da die Massenhysterie um deutschen HipHop/Rap mittlerweile stark nachgelassen hat, müssen sich die Acts, die in den Nullerjahren dominant waren, etwas einfallen lassen, um weiterhin Gehör zu finden. Das wird bei einigen Fans Schmerzen auslösen, da die Lösungsansätze für einen Weg aus der selbst eingebrockten Krise mit musikalischen Veränderungen verbunden sind, die das Genre revolutionieren. Da fast in der gesamten Szene jahrelang künstlerischer Stillstand herrschte, sind Alben wie die jüngeren von D-Bo ein mehr als adäquates Mittel, um HipHop/Rap neues Leben einzuhauchen. Und wenn diese Operation am offenen Herzen erst einmal flächendeckend geglückt ist, werden die Hardcore-Fans umso mehr Freude an einem Revival des Gangsta- und Straßen-Rap haben. Glaubt mir!

Anspieltipps:

  • Blumen
  • Ist okay
  • Einhorn
  • Neonlicht
  • Hasenherz
  • Alleine sein
  • Seltsames Leben

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