Pet Shop Boys - Elysium - Cover
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Pet Shop Boys Elysium


  • Label: Parlophone/EMI
  • Laufzeit: 51 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Pet Shop Boys schwelgen in sanfter Melancholie.

Berlin ist die deutsche Metropole mit starker Anziehungskraft für alle möglichen Menschen und wohl auch für Musiker. Die legendären Pet Shop Boys komponierten viele ihrer neuen Songs des elftes Studioalbums in der Spreemetropole, weil sie genau wie andere ausländische Künstler dem vielfältigen kulturellen und musikalischen Angebot sowie dem trotz Großstadt grünen Charakter Berlins nicht widerstehen konnten. Aufgenommen und produziert wurde aber mit Andrew Dawson (Kanye West, Kid Cudi) in Los Angeles, um diesmal den „warmen kalifornischen Electro-Sound“, so Neil Tennant und Chris Lowe, auf CD zu bannen. In den drei Monaten in Los Angeles fühlten sich die Pet Shop Boys wohl, leben wollten sie aber in den der Stadt wohl nach eigener Aussage lieber nicht.

Der Starter „Leaving“ klingt wie die Pet Shop Boys immer klingen: Eingängig, locker- leicht, elektronisch, allerdings im Soundkostüm der gesamten CD eher getragen und entspannend. „Invisible“ macht da weiter und bietet chillige absolut melancholische sanfte Electromucke. Es geht weiter mit „Winner“, welches die Pet Shop Boys bei Olympia in London zum besten gaben, das besitzt leider einen so ausgelutschten Text, dass man schnell weiter drückt.

„Breathing Space“ setzt dagegen auf eine Verschmelzung von Synthieflächen und Geigen, was in dieser Form nicht so typisch PSB klingt und wirklich gelungen und sehr modern zu sein scheint. Das nervige „Hold on“ stört etwas, da dem Zuhörer der Refrain mittels Hall und ständiger Wiederholung unsanft eingehämmert wird und so die chillige Atmosphäre der restlichen Tracks durch diesen seltsamen Track verdorben wird. Durchgehend gelingt den Briten keine überdurchschnittliche Qualität, einiges klingt schon etwas gleich und nicht immer so innovativ wie gewohnt. Trotzdem garantieren die beiden ein gewisses Niveau, denn sie haben künstlerisch und musikalisch mehr drauf als das bierselige „Go West“ oder das schon totgedudelte „West End girls“.

Die beiden Popmusik-Tüftler haben die 50 überschritten und schwelgen in kritischer Reflexion zum Thema Alter, zur oberflächlichen Musikwelt und in purer Melancholie. Die Texte kreisen um diese Themen und drücken der Musik den Stempel auf oder anders gesagt: Es ist ein sehr ruhiges Werk des Duos geworden, welches versucht, Modernes mit Altbewährtem zu vermischen ohne diesmal auf den potentiellen Hit zu schielen. Vielleicht wird es beim nächsten Werk wieder tanzbarer, abwechslungsreicher und fröhlicher.

Anspieltipps:

  • Leaving
  • Invisible
  • Breathing Space

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