The Cheats - Pussyfoolin - Cover
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The Cheats Pussyfoolin


  • Label: Flying Dolphin/Rough Trade
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Immer für einen Pogo gut: Bierseliger „Voll in die Fresse“-Punkrock aus Pittsburgh – endlich in deutschen Landen angekommen.

Was gibt es authentischeres als eine Punkband, die aus einer Arbeiterstadt kommt? Die aus Pittsburgh stammenden The Cheats beantworten die Frage klar, deutlich und mit Leichtigkeit. Zwar machen mittlerweile auch die letzten Hochöfen in der Großstadt im Süden Pennsylvanias dicht, aber Todd Porter (Gesang), Tito Fishmocker (Bass), Aaron Judgement (Schlagzeug) sowie Eric Wrecker und Marc Serpico (beide Gitarre) halten den einstigen Spirit von The 'Burgh zumindest in musikalischer Form fest. Ihr drittes Album „Pussyfoolin“ stinkt nach Schweiß, Kohle, Arbeit, Bier.

Ihre erste offizielle Veröffentlichung in Deutschland ist treibender Punkrock mit hohem Mitmach- und Abgehpotential. Hier ein wenig Spaßmacherei und der dazugehörige Hymnencharakter Marke Turbonegro, da ein wenig US-Streetpunk wie bei The Casualties - alles fein abgeschmeckt und mit einer Prise Hardrock aus dem Motörhead-Streuer gewürzt und fertig ist ein zünftiger Punk'n'Roll-Eintopf.

Die 13 Kompositionen auf „Pussyfoolin“ kommen daher recht rotzig und kernig daher. Die nötige „Fuck you“-Attitüde dringt aus allen Poren und das macht Laune. Songs wie „White Knuckle Ride“, „Broken Creeper“ oder „I Don't Need You“ haben jedenfalls ordentlich Drive und rocken straight nach Vorne. Der stellenweise sehr trockene Sound in Kombination mit der rauen Stimme von Frontmann Todd Porter macht die ganze Sache ungekünstelt und glaubwürdig. Aber auch „Apocalypse Dudes“-sche Hymnen-Megalomanie und Pomp („Gotta Get Away“, „So Long Sucker“, „Pissin' It All Away“) steht den Burschen extrem gut. Man hält das Gaspedal zwar die ganze Spielzeit über durchgedrückt, aber macht das mit Spielfreude und einer gar nicht mal so Punk-typischen Virtuosität wieder wett.

„Star Tatoo“ bietet mit Saxophon und Frauengesang im Hintergrund sogar kleinere Experimente und steht stellvertretend für die Bandbreite der fünf Pittsburgher. Streetpunk? Check! Skatepunk? Check! Ska? Ja, haben wir auch in Petto! Großartige Abwechslungen findet man auf „Pussyfoolin“ allerdings nicht (es gibt z.B. keine Ballade), doch dafür klingen die Songs angenehm homogen. Und das ist auch ganz in Ordnung so.

Den Punks gelingt souverän der Spagat zwischen Tradition und Moderne. Den erhobenen Stinkefinger altehrwürdiger Pioniere des Punkrocks gibt es auf „Pussyfoolin“ genauso wie große Melodien und Hymnen, die sich hinter denen von Bands wie beispielsweise den Backyard Babies oder The Carburetors nicht zu verstecken brauchen. Fazit also: Spaßiger, energiegeladener Punk'n'Roll, der zum Pogen und Saufen animiert. Freunde von so etwas leihen The Cheats also unbedingt ihr Ohr.

Anspieltipps:

  • White Knuckle Ride
  • Broken Creeper
  • Gotta Get Away
  • So Long Sucker
  • Pissin' It All Away

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