Jessie Ware - Devotion - Cover
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Jessie Ware Devotion


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine weitere Nu-Soul-Hoffnung aus Großbritannien. Die Quellen auf der britischen Insel scheinen unerschöpflich zu sein.

Der in Deutschland mehrmals wild hin und her geschobene Veröffentlichungstermin des Debütalbums der britischen Soul- und R&B-Sängerin Jessie Ware (im heimischen England erschien „Devotion“ bereits am 20. August 2012) warf zwischenzeitlich die Frage auf, ob das Thema so wichtig ist, dass krampfhaft ein „perfekter“ Termin – am besten ganz ohne künstlerische Konkurrenz – im dichtgedrängten Release-Kalender gesucht wurde, oder ob dem Majorlabel Island Records der deutsche Markt, was die Soulmusik einer Newcomerin betrifft, mehr oder weniger egal ist. Schließlich ist es keine Seltenheit, dass Veröffentlichungen mit jeder Menge Potenzial mutwillig an die Wand gefahren werden.

Aber egal. Nun ist „Devotion“ endlich auch physisch in Deutschland verfügbar und der klassische Plattenkäufer kann entscheiden, ob mit Jessie Ware eine ernstzunehmende Newcomerin am Start ist. Die Vorschusslorbeeren für die 28-Jährige sind jedenfalls schon mal nicht schlecht. Denn aufgrund ihrer Stimme, die zwischen samtweich und voluminös pendelt, wird Jessica Lois Ware, Tochter eines BBC Reporters, gerne mit den Kolleginnen Sade Adu (53) und Adele (24) verglichen. Ein in der Tat nicht zu weit hergeholter Vergleich!

Jessie Ware hat ihr Debütalbum zusammen mit dem Produzenten-Team Dave Okumu (The Invisible), Julio Bashmore und Kid Harpoon eingespielt und dabei ein relativ düsteres und streckenweise ziemlich kalt klingendes Nu-Soul-Werk geschaffen, das aber im Gegensatz zu Lana Del Reys kalkulierter Coolness genau von dieser Atmosphäre profitiert und mit fast schon sakraler Eleganz wuchert („Something inside“), den Zusatz „Nu“ in Sachen Soulmusik fabelhaft ausreizt („Devotion“) und dabei echte Hits zutage fördert („Wildest moments“, „Running“).

„Devotion“ ist ein ungewöhnliches Soulalbum, das sich aus R&B, Pop und einer Prise Electro-Sound speist, ohne von den eigentlichen Pfaden abzukommen und dadurch auf beeindruckende Weise etwas Eigenständiges schafft, das auch die Aufmerksamkeit des Nicht-Soul-Hörers verdient hat.

Anspieltipps:

  • 110%
  • Running
  • Swan song
  • Taking in water
  • Wildest moments

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