King Creosote - To Deal With Things EP - Cover
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King Creosote To Deal With Things EP


  • Label: Domino Records
  • Laufzeit: 21 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Paradox: Eine unglaublich kurze EP verliert ausgerechnet durch Überlänge an Zugkraft!

King Creosote ist den meisten ein Begriff in Zusammenarbeit mit Jon Hopkins. Nach dem gemeinsamen Album „Diamond Mine“ im letzten Jahr hat King Creosole noch ein paar Eigenkreationen über, die er nicht in Vergessenheit geraten lassen möchte. Mit gerade mal 3 Liedern meldet sich der schottische Singer/Songwriter zurück, wobei der Opener „Ankle Shackles“ als 12minütiges Monster über allem thront. Die EP muss sich bei so wenigen Titeln und einer trotzdem ansprechenden Länge fragen lassen, ob das nicht alles nur aufgeblasen ist. Aber schon Sufjan Stevens hat uns mit überlangen Titeln überzeugen können. Klasse statt Masse heißt die Hoffnung.

Natürlich erwartet man bei dieser quantitativen Aufteilung den Opener als eigentlichen Grund für diese EP. Dieser Erwartungshaltung kann „Ankle Shackles“ jedoch nicht gerecht werden. Ein schön gestalteter Song mit Synthesizern, Streichern und Crescendo in der Mitte mitsamt einsetzendem Piano und hier und da einem Glockenspiel klingt wie der Traum eines jeden Indie-Pop-Fans. Die Wahrheit hinter diesem sehr langen Stück ist jedoch, dass sich eine Melodie in leicht verändernder Dynamik fortsetzt und durch die Elemente einfach nur Langeweile vorsorgt. Die Grundstimmung des Openers berührt, verliert aber auch bei aller Abwechslung irgendwann ihren Reiz.

Viel besser gelingt es „The Right Form“ eine solche Stimmung einzufangen. Mit weniger Pathos, aber einer klaren Linie, die mit Einsatz auf Sufjan-Synthesizer ihre eigene Note findet, erlebt man hier eine angenehme Spannungskurve. Eine Spur verspielter und mit ordentlichem Vorwärtsdrang durch E-Gitarren erlebt man anschließend noch in „What Exactly Have You Done?“, das ebenfalls viel Freude durch seine Einfachheit bereitet. Ein paar Gitarrenakkorde und ein Chor im Refrain sind in Verbindung mit den immer wieder genutzten Synthesizern die richtigen Zutaten für geschmackvollen Indie-Rock. Hätte „Ankle Shackles“ nicht die Probleme seiner eigenen Aufgeblasenheit zu bekämpfen, dann müsste man „To Deal With Things“ jedem ans Herz legen. Drei sehr gelungene Songs, von denen einer die Hörer immer wieder durch seine (unnötige) Länge abschrecken wird, sind der Preis dieser EP. Die Lösung heißt selektive mp3-Downloads nutzen oder Ausdauer beweisen.

Anspieltipps:

  • The Right Form
  • What Exactly Have You Done?

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