La Blanche Alchimie - Galactic Boredom - Cover
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La Blanche Alchimie Galactic Boredom


  • Label: Ponderosa/EDEL
  • Laufzeit: 39 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Gruß aus den sanften Regionen des Dark-Pop.

Ganz ruhig und bedächtig führen uns La Blanche Alchimie in ihr Dark-Pop-Reich ein. In melancholischer Schönheit breitet sich „Black Girl“ in den Ohren des Hörers aus und sorgt für sphärische Stimmung, die andere Bands sonst mit vielen Instrumenten erschaffen. Jeniferever ist ein Name, der bei solchen Vergleichen durch den Kopf schwirren könnte. La Blanche Alchimie sorgen jedoch mit einem Minimalismus für Gänsehaut, die auch 8band]Steven Wilson inzwischen für sich entdeckt hat. Die spukige Akustikgitarre im Titeltrack in Verbindung mit den bedrohlichen Streichern hätte auch vom Porcupine Tree-Frontmann stammen können.

Drei Jahre nach ihrem Debüt konnten Federico und Jessica ihre Liebe zu kleinen Pop-Perlen weiter verfeinern. So aalglatt wie „Fireflies“ klingt kaum ein zweiter Track. Zu perfekt klingen Klavier und Glockenspiel im Zusammenspiel mit Jessicas als trällernder Nachtigall. Mit leicht dunkler Färbung darf sich diese Musik als braven Bruder des umstrittenen Dark-Pop der letzten Dredg-Platte sehen. Die Kammerstimmung, welche durch die Auswahl an akustischen Instrumenten entsteht, gibt der Band etwas Eigenes und höchst Gegensätzliches, wenn man den Trend zum Maximalpop beobachtet (Grüße an Skrillex und Rihanna). Selbst beim befremdlichen Uptempo-Song „Blackberry Lips“ entsteht schnell die nötige Kraft, um auch schnellere Tracks zu tragen.

An manchen Stellen wird die glatte Produktion im seichten Reich des Dark-Pop einigen Hörern sauer aufstoßen. Für die bedrohliche Magie eines „Temples Burning“ gibt es 0815-Duetts („My Ear Is A Shell“ und „Spell On The Hill“), die das verhasste Prädikat „nett“ verdienen. Am Ende überwiegt jedoch der hypnotische Klang des Albums, der auch in „The Sound Of Marbles“ und „Paralyzed“ die zweite LP schließen darf. Die emotionale Härte dieser Lieder wird sie bei vielen Fans solcher Musik zu Favoriten machen. Hier und da würde es dem Duo aber auch gut tun, von ihrer allzu glatten Machart abzusehen und ihrer Schönheit noch mehr Facetten geben. Ansonsten heißt es: Hören und fühlen.

Anspieltipps:

  • Black Girl
  • Galactic Boredom
  • The Sound Of Marbles

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