Elvenking - Era - Cover
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Elvenking Era


  • Label: AFM Records
  • Laufzeit: 52 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
7.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Gereift, erwachsen und stilsicher: Elvenking haben nicht nur zu sich zurück gefunden, sondern veröffentlichen auch ihr bestes Album seit „Heathenreel“.

Es ist immer interessant, die Entwicklung einer Band über die Jahre zu verfolgen. Elvenking zum Beispiel haben etliche Wandlungen und Veränderungen in ihrem Sound und Auftreten gemacht und dachten nie an einen Stillstand. Vom Italo-Power Metal ihres Debüts „Heathenreel“, schon damals angenehm anders und innovativ, über sehr Folk-zentrierte Ausflüge („Two Tragedy Poets (... And A Caravan Of Weird Figures)“) oder sogar Emocore (!): Elvenking waren und sind alles andere als eine normale Power Metal-Band aus Italien. Sie überlebten den Boom der frühen und mittleren Nullerjahre und setzten sogar Akzente. Damna (ehemals Damnagoras und für den Gesang zuständig), Aydan (Gitarre), Rafahel (Gitarre), Jakob (Bass), Symohn (Schlagzeug) und Lethien (Violine) benennen ihr siebtes Studioalbum „Era“. Und fast wirkt es so, als wolle die Gruppe nach 15 Jahren Bandbestehen ihr musikalisches Schaffen abrunden. Denn „Era“ ist besonders für Fans der ersten Stunde ein überaus versöhnliches Album geworden, welches sich klar auf die einstigen Stärken konzentriert und die über die Jahre konsequent verstärkte Annäherung zum Folk Metal in einer nie dagewesenen Perfektion bietet. Alleine die Tatsache, dass sich Elvenking mit Jon Oliva (Jon Oliva's Pain, ex-Savatage) ein musikalisches – Achtung, Doppeldeutigkeit! – Schwergewicht als Gastsänger geladen haben, spricht dafür, dass die Italiener endlich genug Credits gesammelt haben, um in der internationalen Metal-Szene keine Statistenrolle mehr spielen zu müssen. Gut so!

Die zwölf Songs auf „Era“ versprühen eine Leichtigkeit und Spielfreude, wie man sie schon lange nicht mehr auf einem Longplayer von Elvenking gehört hat. Während „Red Silent Tides“ bereits in die richtige Richtung ging, ist es „Era“, auf welchem der Elfenkönig zu seiner einstigen Pracht vollends zurückfindet. „The Loser“ ist als Opener - im Vergleich zum noch folgenden Material - relativ unspektakulär und eher mittelmäßig, aber bereits das grandiose „I Am The Monster“ gehört vielleicht zum Besten, was Elvenking jemals geschrieben haben. Es handelt sich neben dem ebenfalls sehr guten „Forget-Me-Not“ (eine gelungene Ballade) um den gesanglichen Gastbeitrag von Meister Oliva, der grundsätzlich ein Gewinn für jede Band ist und seine Qualitäten hier so gekonnt ausspielt, dass ohnehin gute Songs noch besser werden. Aber auch ohne Gastsänger halten die Italiener das Niveau. Dabei konzentrieren sie sich besonders auf das Einbetten von Folk-Elementen in ihren modernen Power Metal, der das letzte Mal auf ihrem 2004er Album „Wyrd“ so dominant war, allerdings auch nie besser von dieser Band dargeboten wurde. Das fängt bei dem fröhlichen „We, Animals“ an und zieht sich durch das gesamte Album. Da gibt es Power-Folk-Ohrwürmer wie „Through Wolf's Eyes“, den bombastischen Quasi-Titeltrack „Chronicle Of A Frozen Era“, metallische Monstren wie „Walking Dead“, die es gottlob nicht mehr nötig haben, in der Core-Ecke angesiedelt zu werden (vergleiche „The Scythe“) sowie reinen und instrumentalen Folk beim Schlusspunkt „Ophale“.

All diese Songs machen „Era“ zu einer späten Quintessenz des Elvenkingschen Power- und Folk Metals. An das grandiose Debütalbum kommt „Era“ zwar auch nicht heran, aber es macht dennoch alles richtig und das so ausgereift, sicher und natürlich, wie es die Band schon seit Jahren nicht mehr hingekriegt hat. Nach so vielen Experimenten und Modifikationen im Sound sind Elvenking also endlich wieder vollkommen sowie zu 100% zurück und machen das, was sie am besten können. Fans jauchzen und frohlocken, aber „Era“ hat auch definitiv das Zeug dazu, verspätet ein breiteres Metal-Publikum erreichen zu können. Vor anderen Folk Metal-Bands müssen sich Elvenking nämlich unter Garantie nicht mehr verstecken. Ganz im Gegenteil!

Anspieltipps:

  • I Am The Monster
  • Through Wolf's Eyes
  • Walking Dead
  • Forget-Me-Not
  • Chronicle Of A Frozen Era

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