The Jon Spencer Blues Explosion - Meat+Bone - Cover
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The Jon Spencer Blues Explosion Meat+Bone


  • Label: Bronzerat Records
  • Laufzeit: 40 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer auf so hohem Niveau zu rocken vermochte, verlernt es auch nicht so schnell.

Acht Jahre ist das letzte Blues Explosion-Album her, 25 Jahre die ersten Aufnahmen mit Pussy Galore, der New Yorker Noise-Rock-Band der ersten Stunden. Die Frage scheint berechtigt, ob jener hektisch-intensive Garage-Rock-Blues-Punk-Bastard, der in den Neunzigern so schöne Blüten trieb, in Zeiten von Launchpad und MIDI-Controllern noch Spuren zu hinterlassen vermag.

Die eine oder andere Falte mag sich in Mr. Spencers Gesicht über die Jahre eingekerbt haben, indes sein Eifer und seine Leidenschaft sind eruptiv und hochemotional wie eh und je. Judah Bauer, gerade fertig mit den Aufnahmen zum neuen Cat Power-Album, für deren Band Bauer schon seit Jahren die Saiten schwingt, und den ewig stoischen Russel Simins zusammengetrommelt, und plötzlich war sie wieder da, die Magie wie eh und je mit simpelsten Mitteln, denen des Blues, Intensität und Unmittelbarkeit auszulösen: „We still have that psychic glue that allows us to create music together. Over the course of a year touring and writing new songs and recording, we rediscovered our shared history as a band. We circled the wagons, and went back to our roots. In a way this is almost like another first album.”

Well said, Mr. Spencer, und dem gibt es im Grunde wenig hinzuzufügen. „Meat And Bone“ ist kein Ausflug in neue Soundterrains, wie „Damage“ es vielleicht gewesen sein mag. Hier herrscht der Souverän der Erfahrung, gepaart mit der Lust, es wieder miteinander zu versuchen. Gerade Spencer war mit dem eher rockabilliesquen Sideproject alter Schule, Heavy Trash, zusammen mit seinem Speedball Baby-Buddy Matt Verta-Ray über Jahre beschäftigt.

Und tatsächlich, wer auf so hohem Niveau zu rocken vermochte, verlernt nicht so schnell. Ob im Opener, „Boot Cut”, „Get Your Pants Off“, „Strange Baby” oder „Bear Trap”: die Mischung stimmt hier zwischen völlig überbordenden und mit der Handbremse angezogenen Momenten der Rock-Impulsivität. Spencers Stimme, wie eh und je aus dem Hall zu uns sprechend wie ein entrückter Prediger, Bauers messerscharfe Blues-Riffs und Simins' mit Leichtigkeit präsentiertes Schlagzeug-Grobwerk: es mag nichts Neues dabei sein, aber auf die Blues Explosion ist Verlass.

In diesem, wie in jedem Album der Blues Explosion, steckt Schweiß, Herzblut und Seele. Um mit irgendeinem der sagenhaft schmissigen Sprüche Jon Spencers zu schließen, die er über die Jahre auf Alben gebannt hat und in Live-Shows wie ein Schauspieler zelebriert: „Ladies and Gentleman this is not the devil's music, but it feels like a devil's time!”

Anspieltipps:

  • Black Mold
  • Bag Of Bones
  • Get Your Pants Off
  • Strange Baby
  • Bear Trap

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