Wintersleep - Hello Hum - Cover
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Wintersleep Hello Hum


  • Label: Affairs Of The Heart
  • Laufzeit: 46 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Trademarks bleiben, doch die Details sorgen für weitere Offenbarungen in Richtung Helden-Status.

Hierzulande gelang der Name Wintersleep erst mit ihrem dritten, in Deutschland zwei Jahre nach dem eigentlichen Release veröffentlichten Album „Welcome To The Night Sky“ in die Umlaufbahn. Mit einem mächtigen Werk im Rücken ging es über den Liebhaberstatus eines kleinen Indie-Zirkels höher hinaus und schließlich in eine endlich größere Öffentlichkeit. Diese haben sich die Kanadier redlich verdient, denn auch „New Inheritors“ (2010) übersetzte Indie-Rock in eine spannende, neue Zeitrechnung mit dem schwer zu fassenden, dafür umso mehr spürbaren Etwas. Unter anderem Wolf Parade und die Editors zeigten sich begeistert und nahmen sie mit auf Tour.

Nun, zehn Jahre nach Gründung, sind Wintersleep mit „Hello Hum“ zurück. Ein Werk, welches von Tony Doogan (Mogwai) und David Fridmann (Flaming Lips) in Form gebracht wurde und neue Facetten zum Vorschein kommen lässt. Zum Beispiel „In Came The Flood“ wäre zwar auch auf alten Platten denkbar und ebenso unbezwingbar gewesen, doch die Präsenz, wie sich Rhythmus-Gerüst, Gitarren und mehrschichtige Effekte begegnen, ist über jeden Zweifel klanglich erhaben. So auch die elektronischen Verzierungen in „Nothing Is Anything (Without You)“. Sie stechen neben den Handclaps und wuchtigen Drums besonders hervor, um doch zweifellos der Gesamtheit anzugehören. Futuristische Electrosounds oder kurzweilige Noise-Einschübe fungieren als Outros und doch ist das hier keine Avantgarde. Eben immer noch erdig und auf Rock basierend in Folk getaucht. Anno 2012 jedoch mehr denn je weiterentwickelt.

Ohne die Gabe der Produzenten wäre das in der vorgelegten, grandiosen Form wohl nur bedingt gelungen, doch Wintersleep sind Band genug. Allein die Dramaturgie vom alles vereinnahmenden Surroundsound zur reduzierten, teils mittelalterlich anmutenden Ballade „Saving Song“, ist die Arbeit und das Können einer Formation, die uns hoffentlich noch lange mit einer derartigen Evolution begeistert.

Anspieltipps:

  • In Came The Flood
  • Resuscitate
  • Permanent Sigh
  • Saving Song
  • Someone, Somewhere

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