Band Of Horses - Mirage Rock - Cover
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Band Of Horses Mirage Rock


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 40 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Indie-Rocker aus Seattle melden sich mit ihrem vierten Studioalbum zurück und satteln die Pferde mit plätschernden Country-Pop.

Nach einer kreativer Schaffenspause melden sich Band Of Horses mit ihrem vierten Studioalbum „Mirage Rock“ zurück. Zwei Jahre ist es her, seitdem die Jungs mit „Infinite Arms“ den ersten Schritt, weg vom Außergewöhnlichen, hin zu läppischem Indie-Rock machten.

Mit einem lauten „Whoohoo“ als Kick-Off fräst sich die Single „Knock Knock“ durch die Lautsprecher, doch ein energischer Aufmacher macht nicht gleich ein ganzes Album. Vor allem Songs wie „How To Live“ geben eine sehr deutliche Richtung vor, die die Band einzuschlagen scheint: Plätschernder Country-Pop. Etwas ratlos sitzt man vor den Boxen und weiß einfach nicht so recht, was einem dieses Album sagen soll. „Dumpster World“ ein rauer Anarcho-Song oder der ähnlich rumpelnde Track „Feud“ verleihen dem Album eine gewisse, wogegen sich „Hearzbreak On The 101“ anhört wie ein Dire Straits-Song, persönlich gesungen von Mark Knopfler. „Shut-In Tourist“ oder „Everything's Gonna Be Undone“ dagegen knüpfen ein bisschen an die guten, alten Tage an, klingen jedoch auch eher belanglos als tiefgründig. Man mag sich nicht so recht über das Album beschweren, schließlich sind es immer noch Band Of Horses.

Band Of Horses sind jetzt groß und erwachsen: Vorbei das selbstmitleidige Gejaule, vorbei die Zeiten des hingebungsvollen Leidens? Der gutgemeinte Rat von Bridwell: „Guess what / you're getting old / you still gotta grow up" lässt nur vermuten wohin der Weg der Pferdeband noch führen wird. Vermutlich würden sich nur halb so viele Menschen für „Mirage Rock“ interessieren, wenn die Band mit Songs wie „The Funeral“ oder „No One’s Gonna Love You“ nicht ein so klares Statement gesetzt hätte. Ein Statement mit dem sich viele Fans nicht nur arrangierten, sondern vielmehr identifizierten. Dank der charakteristischen Stimme von Ben Bridwell wurde die Band aus Seattle ein Aushängeschild für melancholische Indie-Rock-Hymnen. Damit scheint jedoch jetzt vorbei und ein endgültiges Urteil gesprochen zu sein: Die träumerischen, postpubertären Klages-Hymnen gehören der Vergangenheit an. Band Of Horses sind der Tragik entwachsen und mischen nun ganz ausgereift auf dem belanglosen Country-Pop-Markt mit. Was bleibt ist ein großer Zwiespalt: Entweder man freundet sich mit dem neuen Stil endlich an oder man trauert den guten alten Zeiten hinterher. Band Of Horses scheinen sich jedenfalls für dieses neue, optimistische und durchdringende Irgendwas entschieden zu haben. „Mirage Rock“ ist ein solides Album. Was „Mirage Rock“ fehlt, sind entsprechende Ecken und Kanten. Was die Band hier präsentiert ist ein Indie-Rock-Brei, den man heutzutage leider fast überall zu hören bekommt.

Anspieltipps:

  • Knock knock
  • How To Live
  • Dumpster World
  • A Little Biblical

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