Toy - Toy - Cover
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Toy Toy


  • Label: Cooperative/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 58 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine Band findet ihren Stil, aber nicht mehr aus diesem hinaus und kreiert ein Einstundenlied.

Es liegt einem auf der Zunge. Die Catchphrase will einfach hinaus und deswegen bringen wir es hinter uns: Sie wollen doch nur spielen! Leider trifft es dieser unglaublich flache Spruch für die Band Toy (engl. Spielzeug) in einer gewissen Weise sehr gut. Der Neu-Fünfer aus England hat sich aus kleineren Bands gefunden und dabei auch einen eigenen Stil, der äußerst gitarrenlastig ist. Mit äußerst geraden Basslinien und voran schepperndem Schlagzeug entsteht ein psychedelischer Mix, der weder nach links noch nach rechts schaut.

„Colours Running Out“ eröffnet das Album mit diesem geradlinigen Stil, der allein durch die wandernden Gitarrenläufe seine innere Abwechslung bietet. So schlicht dieses Konstrukt scheint, so wirksam ist es im Opener allerdings auch. Klugerweise liefert das Quintett anschließend mit „Reasons Why“ einen Track, bei welchem man sich an die Stirn packt und verzweifelt versucht herauszufinden, woher man das Thema des Liedes kennt. Auch der obligatorisch progressive Track mit Überlänge darf natürlich nicht fehlen („Dead & Gone“). Danach setzt allerdings der Fluch des gewählten Stils ein. Nicht nur, dass nahezu alle folgende Lieder eine ähnliche Länge aufweisen, nein, die Mischung aus treibendem Schlagzeug und Bass und den immer wieder knarzenden und schwebenden Gitarrenriffs komprimiert sich selbst.

Schnell kann man die Tracks nicht mehr auseinanderhalten, weil Passagen in einem Wust aus Gitarrenspuren und krachenden Drums sich nicht voneinander abheben können. Dieser Effekt verhindert fast, dass man die individuelle Klasse eines „Drifting Deeper“ ausmacht oder BritPop in „Walk Up To Me“ noch die volle Aufmerksamkeit schenkt. Die richtigen Ansätze sind nur beim genauen Hinhören zu erkennen. Die einfache Art der Tracks ist bei Weitem nicht ihre einzige Stärke und so findet sich hier und da ein Edelstein unter dem massiven Geröll an psychedelischem Klangwerk, welches auf den Hörer zurollt.

Anspieltipps:

  • Colours Running Out
  • Drifting Deeper
  • Walk Up To Me

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