Freddie Mercury & Montserrat Caballé - Barcelona (Special Edition) - Cover
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Freddie Mercury & Montserrat Caballé Barcelona (Special Edition)


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 48 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

25 Jahre nach Mercurys Idee, klassische Musik zu machen, erscheint sein Klassik-Album in einem Klanggewand, das es von Beginn an hätte haben sollen.

Vor 25 Jahren erfüllte sich Queen-Sänger Freddie Mercury (geboren 1946, gestorben 1991) einen langgehegten Wunschtraum, indem er zusammen mit der katalanischen Sopranistin Montserrat Caballé ein Album mit klassischer Musik aufnahm. Der Titelsong war als Erkennungshymne für die Olympischen Sommerspiele des Jahres 1992 in Barcelona vorgesehen und sollte von Caballé und Mercury während der Eröffnungsfeier aufgeführt werden. Durch den von einer AIDS-Erkrankung ausgelösten viel zu frühen Tod Mercurys kam es leider nie dazu. Doch das Vermächtnis in Form des im Oktober 1988 auf den Markt gebrachten „Barcelona“-Albums lebte freilich weiter.

Selbst wer den größten Respekt für das vielfältige Können und den Genius Freddie Mercurys aufbrachte, fiel auf, dass „Barcelona“ aus klangästhetischer Sicht etwas merkwürdig geraden war. Dabei war es gar nicht mal schlimm, dass Mercury und Co-Komponist, Keyboarder sowie Co-Produzent Mike Moran ihre Pop-Wurzeln in den Kompositionen nicht unterdrücken konnten und dass die Stimme Montserrat Caballés lediglich als Overdub über die fix und fertigen Songs gelegt wurde. Es war vielmehr der keyboardlastige und von Drum-Computern geprägte Sound, der mit einem klassischen Werk kaum etwas gemein hatte und die Hörfreude negativ beeinflusste.

Zum „Barcelona“-Jubiläum und Freddie Mercurys 66. Geburtstag erscheint das Album nun in einer Form, die es schon vor 25 Jahren verdient gehabt hätte. Die schwurbeligen Keyboards und Synthesizer wurden aus den Aufnahmen entfernt und das gesamte Songmaterial (inkl. „Exercises in free love“, der Originalversion von „Ensueno“) von Queen-Intimus Stuart Morley neu arrangiert. Eingespielt wurden die überarbeiteten Tracks unter Anleitung des Produzenten und Toningenieurs Kris Fredriksson vom achtzigköpfigen Prager Filmharmonic Orchestra, sodass nun erstmalig echtes Klassik-Feeling aufkommt.

Die Kompositionen Mercurys und Morans sind mit maximaler Dramatik ausgestattet und damit für einen Opernstar wie Montserrat Caballé ein gefundenes Fressen. Doch ganz so einfach macht es das Trio dem Hörer nicht. So ist „How can I go on“ im Grunde ein reiner Popsong, während „The golden boy“ Gospelchöre beinhaltet und „The fallen priest“ wie ein moderner Filmscore wirkt. Dazu kommt Mercurys verschrobene Hymne auf das Land und die Kultur Japans („La Japonaise“) und das grandiose Pianospiel in „Ensueno“, das zeigt, dass Freddie Mercury für jede Art von Musik ein Händchen hatte.

Die neue Version von „Barcelona“ wertet das ursprüngliche Album deutlich auf, weil es nun viel näher an dem dran ist, was Mercury vermutlich vorhatte, aber aus irgendeinem Grund nicht zu 100% umsetzen konnte. Fazit: Diese brandneue Special Edition ist die ideale Ergänzung zu der originalen Vinylauflage, die selbst als CD seit Jahren nicht mehr angeboten wird.

Anspieltipps:

  • Ensueno
  • Barcelona
  • Guide me home
  • How can I go on

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