Tame Impala - Lonerism - Cover
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Tame Impala Lonerism


  • Label: Modular/Rough Trade
  • Laufzeit: 52 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Tame Impala sind zurück und laden ein zur nächsten tiefenentspannten Reise mit diesmal mehr Synthies als Gitarren.

Fuzzy wie der Hintern eines Plüschtiers flirrt der Gitarren- und diesmal vor allem Synthie-Sound von Tame Impala ins Ohr, zwei Jahre nach dem entschleunigten Psychedelic Rock-Debüt der Westküstenaustralier, die die Chillness der Strände Perth' gepachtet zu haben scheinen.

Waren es auf „Innerspeaker“ vor allem lässig unaggressive Gitarrenriffs, von denen die Melodik dieses jungen australischen Fünfers entspannt und verträumt lebte, sind es auf „Lonerism“ mäandernde Synthie-Melodien, die völlig Meschugge, dicht und ein wenig senil machen. Da braucht man keine illegalen Drogen mehr, „Lonerism“ macht unterschwellig, sanft aber bestimmt und quasi hypnotisch breit. Wie war gleich der nächste Gedanke? Was wollte man eigentlich als Nächstes tun? Ja, genauso geht's zu auf „Lonerism“ und hey: das ist eine echte Leistung. Dass darüber hinaus, wenn man nicht mit allen fünf oder transzendental dazugerechneten Extra-Sinnen dieser Band lauscht, die Message öfter einmal nicht ankommt, sondern in den unendlichen Weiten driftender Melodiestrukturen verloren geht und ein sprichwörtlicher Einheitsbrei herauskommt, ist der einzige aber entscheidende Makel dieses Albums. Entweder man ist dabei oder nicht.

Wer dabei ist, erlebt eine tiefenentspannte Reise zum Planeten Hier-ist's-schön, „Elephant“, eines der wenigen Stücke, dass wie beim Erstling von einem handzahm gehaltenen, tiefbassigen Rock-Riff lebt, „Apocalypse Dreams“ mit seinem äußerst hippiesken Sing-Sang, oder „Why Won't They Talk To Me?“ und sein Synthie-Geblubber: dass Easy Listening derart Kopfkino hervorzurufen vermag, hätte man so auch nicht geahnt.

Wie gesagt, wäre die Allgemeingültigkeit dieser Stimmung zwingender formuliert, gäbe es hier ganz großes Klassiker-Potential. So aber kann herbstliche Tristesse den Sinn dieses schönen Werkes durchaus mal überdecken. Aber das dürfte dem jungen Quintett aus Perth egal sein. Ich möchte, dass die Sonne auch mein Gehirn derart crazy macht.

Anspieltipps:

  • Elephant
  • Why Won't They Talk To Me?
  • Apocalypse Dreams

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