The Vaccines - Come Of Age - Cover
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The Vaccines Come Of Age


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 39 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein solider Nachfolger für das gefeierte Debütalbum.

Platin im geliebten Heimatland, Nominierungen bei den wichtigen Brit- und MTV-Awards und der Gewinn des NME-Preises. Das ist die Ausbeute, mit der die Vaccines ihr Debütalbum „What Did You Expect From The Vaccines?“ (03/2011) feiern konnten. Entsprechend hoch sind nun die Erwartungen für das zweite Werk der vier Briten.

Justin Young, verantwortlich für den typischen Gesang, Pete Robertson am schnellen Schlagzeug, Arni Hjörvar und Freddie Cowan an Bass und Gitarre legen nur knappe eineinhalb Jahre nach erscheinen der ersten Platte schon nach. Dabei überließen sie nichts dem Zufall. Nachdem Frontman Justin drei Stimmband-Operationen über sich ergehen lassen musste und einige Zeit die Zukunft seiner Karriere in den Sternen lag, sollte etwas ganz Besonderes her. So wurde Produzent Ethan Johns, bekannt durch Erfolge mit Kings Of Leon und Ryan Adams, engagiert. Er bekam die Aufgabe, das Beste auf den Jungs herauszuholen. Die wollten nämlich möglichst Live-Aufnahmen auf ihrem neuen Album haben - und zwar ausschließlich. „Da gab es nur einen Versuch. So ist es echter“, erklärte Justin.

Die Rekordgeschwindigkeit, in der The Vaccines ihre Erfolge einheimsen, spiegelt sich in dem Tempo wieder, auf das die Band auch auf dieser Platte durchweg setzt. Ein bisschen erinnert der Sound an Garagen-Rock, nur, dass es eben doch deutlich besser klingt. Mit dem Albumcover, auf dem vier Mädchen statt der Musiker zu sehen sind, wurde selbstironisch auf Kritiker reagiert, die behaupteten, The Vaccines würden nicht wir Rockstars aussehen. Auch der Titel „The Vaccines Come of Age“ darf mit der bekannten Brise Humor gesehen werden. Er ist als Anlehnung an die Inhalte der Songs zu verstehen und ein altbewährtes Mittel. So griff man wie auf dem Vorgänger eine Zeile aus der ersten Single auf und machte sie zum Titel des Albums.

Während die Band innerhalb eines Jahres 150 Songs schrieb und sich musikalisch weiterbildete, entwickelten sich auch aus den Jungen schnell Männer, die plötzlich damit klarkommen mussten, dass „irgendwelche Leute schlecht über sie redeten oder als Helden verehrten“. Teenage-Idole, das wollten sie eigentlich nicht sein, wie auch der sarkastische Titel „Teenage Icon“ verrät. Dafür ist es jetzt womöglich zu spät. Denn der rote Faden auf der Platte sind Themen über das Erwachsenwerden. Musik für genau diese Zielgruppe also.

Sänger Youngs eigene Erwartungen hingegen richten sich an alle seine Fans. Und sie sind nicht zu gering: „Es ist ganz einfach: ich will, dass wir eure Lieblingsband sind!“ Wirklich leicht macht er sich dieses Vorhaben mit den experimentellen Songs zwar nicht, doch seine Stimme ist tatsächlich etwas geschmeidiger geworden, der Rhythmus wieder tanzbar und die sanfte Ironie die Abrundung einer Rockband, die mit dem Nachfolger des Debüts nicht enttäuscht.

Anspieltipps:

  • No hope
  • Ghost town
  • Aftershave ocean
  • Bad mood

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