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Jake Bugg Jake Bugg


  • Label: Mercury/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 39 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
7.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein blutjunger, blasser Brite folkt sich die Seele aus dem Leib, als hätte er dekadenlang nichts anderes getan.

„The future of music, he's like Dylan meets The Arctic Monkeys”. Das hat Noel Gallagher über Jake Bugg verlautbaren lassen, ihn unter seine Tour-Support-Fittiche genommen, und zusammen mit den musikalischen Meinungsmedien der Insel dafür gesorgt, dass das Debüt vom 18jährigen Jake Bugg auf Anhieb auf Platz 1 in Großbritannien schnellte.

Soweit der Hype. Schaut, besser, hört man sich die gepriesene Substanz an, kommt man im Nu ins Staunen. Da folkt sich ein blutjunger, blasser Brite die Seele aus dem Leib, als hätte er dekadenlang nichts anderes getan. Mit 12, also vor sechs Jahren, begann Bugg das Gitarrenspiel und er muss es mit einigem Impetus betrieben haben, denn die Folk- und Country-Akkorde sitzen ordentlich, auch das Fingerpicking lässt nichts zu wünschen übrig. Tatsächlich drängt sich ein kleiner dylanscher Vergleich auf, nur britisch koloriert und eben blutjung. Wie zielsicher dieser sehr junge Mann aus Nottingham mit einfachsten Mitteln (Gitarre, Mundharmonika und selten auch Mal mit voller Bandunterstützung) erdigen Folk, der nach Kippe und Herbst schmeckt, erzeugt, sorgt völlig zu Recht auf der Insel für großes Aufsehen.

Dabei ist Bugg im Grunde unspektakulär, aber gerade das macht ihn und seine Musik im Jahre 2012 so spannend. Straight from the heart. Ohne irgendwelche Tricks. Ob in Uptempo-Nummern wie „Taste It“, „Two Fingers“ oder „Lightning Bolt“, die mit Bandunterstützung zu dreckigen Folk-Rocksongs ausufern oder den einsamen Stücken mit spärlichen Streichern, Besen am Schlagzeug und der obligatorischen Mundharmonika („Note To Self“, „Broken“, „Trouble Town“): immer ist Buggs Musik das, was man subjektiv authentisch, ursprünglich und echt nennen möchte. Dass das ganze unter hochprofessionellen, ja klugen Bedingungen produziert wurde, unter denen sicher viele Nachwuchsmusiker beeindrucken würden, ist halt der Verdienst, entdeckt worden zu sein, der in Zukunft für Bugg wie für alle vor ihm schnell zur Bürde werden wird. The XX zeigen ja gerade, dass junge Leute durchaus damit umzugehen wissen, ohne sich ins Delirium zu saufen oder zu glauben, gottgleich geworden zu sein. Hoffen wir, dass Bugg die Entwicklung nimmt, die sein Debüt vorgibt.

Ach Großbritannien, so schlecht euer Wetter auch ist, ihr habt ein beneidenswertes Talent für überdurchschnittlich begabte Musiker.

Anspieltipps:

  • Taste It
  • Lightning Bolt
  • Seen It All
  • Broken
  • Two Fingers

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