Crossplane - High Speed Operation - Cover
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Crossplane High Speed Operation


  • Label: 7Hard/7us
  • Laufzeit: 23 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Schweiß, Blut und Dreck: Die Debüt-EP der Essener lässt kein Auge trocken

In einer Welt, die sich jeden Tag schneller drehen will und in der Stillstand in den meisten Fällen unbarmherzig bestraft wird, ist es immer wieder schön zu sehen, dass ein wohl platzierter Anachronismus Wunder bewegen kann. Crossplane wissen das. Die Essener sind gekommen, um zu bleiben. Und sie bleiben, um zu rocken. Nicht mehr und nicht weniger. Harte Riffs, Eier in der Hose und jede Menge Power lautet die Devise und mit jener wollen sich diese vier Herren munter in dem Kader derjeniger einreihen, die sich schnörkellosem, ehrlichem Rock verschrieben haben. Mit diesem Ziel vor Augen wirft die im Jahre 2009 gegründete Band um Frontsau Celli (Onkel Tom), Dirk (Ramonstars), Matthias (Exumer) und Alex in Form von „High Speed Operation“ ihren ersten Stein ins Fenster der Musikwelt.

Musikalisch ist diese „High Speed Operation“ auf den ersten Blick sehr leicht einzuordnen: Die in Eigenregie entstandene EP ist straighter, geerdeter Rock, der ziemlich heavy eine Schneise der Verwüstung ziehen will und besonders live hervorragend funktionieren sollte. Die stellenweise etwas schwachbrüstige Produktion sei den Jungs dabei verziehen. So mancher wird gerade diesen Garage-Touch klar auf der Haben-Seite sehen. Zum rotzigen Grundton passt sie jedenfalls besser als eine auf Hochglanz polierte.

Motörhead! Wer bei diesem Begriff schon mit den Ohren schlackert, wird sich auf dem Seziertisch der Hochgeschwindigkeits-OP sicherlich wohlfühlen. Die Gitarren sind so hart und schnell wie Knochensägen, dürfen dann aber auch zähflüssig werden, damit es so richtig weh tut („The One I Believe In“, „Stop The Bullet“). Und Celli, ein unheiliger Doktor am Mikro, hat sichtlich Spaß an der Sache. Den Bad Ass kauft man ihm auf jeden Fall ab. Sein Chef Tom Angelripper (Sodom, Onkel Tom) sowie Christoph Leim (renommierter Metal-Journalist, The New Black, Sinner) haben zudem mal im Studio vorbei geschaut und geben als Gastmusiker ihren Senf ab.

Das Ergebnis stimmt! Zwischen hymnenhaften Punk à la Turbonegro („Real Life“, „It Is Me“) und dem schmutzigen Rock der Lemmy-Kategorie („In My Veins“), machen Crossplane jedenfalls eine Menge richtig. Sicher, das ist nichts neues. Ganz und gar nicht. Aber „High Speed Operation“ bringt Energie und Laune. Bis die Band ihren ersten Longplayer auf die Welt loslässt, sollte die EP allen Freunden von zünftigen, dreckigen Rock als kleiner Appetitanreger taugen. Crossplane: Das ist heißer Scheiß, dessen Duftnote das Potential hat sich gen Himmel zu erheben.

Anspieltipps:

  • In My Veins
  • Real Life
  • It Is Me

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