Cosma - Es Hat Alles Seine Zeit - Cover
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Cosma Es Hat Alles Seine Zeit


  • Label: Phonoton/H'ART
  • Laufzeit: 48 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Cosma präsentieren auf ihrem zweiten Album eine ungewöhnliche musikalische Mischung mit vielen Reizpunkten.

Die ehemalige Schülerband Cosma aus Berlin legt mit „Es Hat Alles Seine Zeit“ ihr zweites Studioalbum nach dem 2008er Release „Schlicht Und Ergreifend“ vor. Darauf fallen in erster Linie die gestelzten („sich tief vor der deutschen Sprache verneigenden“ – so der Presse-Waschzettel) Texte auf, dicht gefolgt von der bemüht klingenden Musik, die sich irgendwo zwischen Hamburger Schule (falls sich noch jemand daran erinnert) und der Silbermond-Pop-Rock-Ecke einnisten möchte.

Damit passen Cosma nicht wirklich in eine Schublade, was prinzipiell nicht schlecht ist, aber den Umgang mit ihrer Musik auch nicht unbedingt erleichtert. So passt der kantige Gesangsstil von Matthias Kaatsch und Sebastian Emmerich im Stil einer aufdringlichen 80er Jahre Protestostrockband („Wie’s dir geht“) nicht zu süßlichen Halbbladen wie „Phantomschmerz“ (im Duett mit Lilli Born vom Mannheimer Indie-Pop-Duo Anstatt Blumen) und hymnische Popsongs wie „Es hat alles seine Zeit“ oder auch „Im Moment“ nicht zu intellektuellen Liebesliedern im Blumfeld-Stil („Sinnsucht“). Wo will diese Band also hin?

Das ist schwer zu sagen! Denn für reine Popmusik lassen Cosma die Gitarren immer wieder etwas zu knarzig agieren („Nachtgedanken“) und umgekehrt werden potenzielle Rocksongs wie „Kopfkino“ zu sehr mit angesagten Keyboardflächen ausgeschmückt. Der Gesang wirkt auf Dauer anstrengend, auch wenn immer wieder richtig gute Kniffe im Songwriting dafür entschuldigen. So wechseln sich die „hass mich oder lieb mich“-Momente auf „Es Hat Alles Seine Zeit“ stetig ab und der Hörer fragt sich, ob dieser Umstand unter Viel- oder Orientierungslosigkeit dieser Band verbucht werden muss.

Fakt ist, diese Reizpunkte machen das zweite Cosma-Album zu einer spannenden Angelegenheit, an der sich der geneigte Hörer reiben kann. So schlägt das Pendel mal in diese und mal in jene Richtung aus und eine Urteilsfindung wird unheimlich schwer. In so einem Fall gilt immer „im Zweifelsfall für den Angeklagten“ und vor einem Kauf lieber vorher mal in das Album reinhören.

Anspieltipps:

  • Im Moment
  • Deus Lo Vult
  • Nachtgedanken
  • Phantomschmerz
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