Brigitte - Et Vous Tu M´Aimes? - Cover
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Brigitte Et Vous Tu M´Aimes?


  • Label: Wagram/INDIGO
  • Laufzeit: 47 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Cover sieht ja nach Indie-Hipster-Mucke aus. Und ein Cover soll verdammt noch mal halten, was es verspricht.

Cibo Matto auf Französisch! Das wäre die kürzere Tagline für das Duo Brigitte. Vielseitig – oder wie es im Fußballjargon neuerdings auch heißt: polyvalent – präsentieren sich Sylvie Hoarau und Aurélie Saada auf ihrem Debütalbum, nachdem ihre Einstiegs-EP „Battez-Vous“ in Frankreich gut ankam. Chorgesang, Balladen, Schlager-Stimmung und was es sonst noch alles gibt. Mit einer guten Prise Verwegenheit wagen sich die zwei Französinnen aufs große Parkett und sorgen für Aufsehen in den Gehörgängen.

Gleich der Opener „Battez Vous“ präsentiert France-Pop vom Feinsten. Abgeklärte Indie-Gitarren eröffnen nicht nur den ersten Track, sondern gleich das ganze Album, sodass frankophile Pop-Freunde sich zwischen „Coeur De Chewing Gum“ und „Big Bang (Au Pais De Candides)“ als Lieblingslied entscheiden müssen. Dabei zeichnet die Songs des Duos die Kürze und Eingängigkeit aus, was wenig Langeweile aufkommen lässt, jedoch auch dafür sorgt, dass die Melodie gleich sitzen muss. Das funktioniert glücklicherweise ziemlich oft und geht meistens nur daneben, wenn die englische Sprache angegangen wird („English Song“). In dieser Hinsicht sind Brigitte mindestens 10 Jahre zu spät. Die Zeit, in welcher man noch über (gewollt) schlechte Aussprache gekichert hat und das Ganze Sympathiepunkte eingebracht hat ist lange vorbei.

Die ruhigen Stücke der beiden Damen spielen hingegen oft mit der gleichen Attitüde. Die Stücke sind oft gehaucht, wirken eher cool und distanziert, anstatt auf die Tränendrüse zu drücken. Hinter der Fassade verbirgt sich aber auch eine ganze Ecke Spielfreude, die eine zu emotionale Ader verbietet. So plätschert die Musik des Duos gegen Ende des Albums allerdings auch vor sich hin und anstatt Langeweile entsteht eine Gleichgültigkeit gegenüber der Musik. Die großen Pop-Melodien werden am Anfang verschenkt und kleine Elemente, wie der Gospel-Auftakt von „Jesus Sex Symbol“ sind nicht genug, um das tolle Anfangsniveau hochzuhalten. Wer jedoch sowieso auf Pop aus Frankreich steht, der kann mit dieser am Ende etwas abfallenden Mischung nicht viel falsch machen.

Anspieltipps:

  • Battez Vous
  • Coeur De Chewing Gum
  • Ma Benz

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