Schiller - Sonne - Cover
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Schiller Sonne


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 140 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Je nach Edition und Ausgabe verändern sich Facetten und Blicke auf Schillers neues Großwerk.

Bei iTunes gibt es das bloße Album, ansonsten die Deluxe und die Special Limited Edition. Kaum einer blickt mehr durch, welche Tracklist jetzt Konform ist und wo, wann, welche Tracks in welcher Fassung gespielt werden. Es ist der reine Wahnsinn, der nicht nur Kritikern keinen Spaß mehr macht. Die angegebene Tracklist ist ohne Gewähr und sollte die „Regular Edition“ widerspiegeln. Wenn einem Hörproben einem vorher nicht wichtig waren, dann spätestens jetzt mit Schillers „Sonne“.

Warum die Rückkehr so kompliziert ausfällt, dass Kritiker und Anbieter im Netz sich nicht auf eine Tracklist einigen können, muss jeder für sich beantworten. Einige Hörer wird es bestimmt abschrecken, da man nicht weiß, ob man nun die richtigen Tracks erwischt hat. Dass nebenbei Schiller seit langem wieder richtig abwechslungsreiche UND einprägsame Kost gleichermaßen garniert, geht bei diesem Heckmeck schlichtweg unter. Es könnte natürlich auch an den widerlich angepassten Singles mit Unheilig („Sonne“) und Adam Young (Sänger von Owl City) („Alive“) liegen. Diese beiden Radio-Langweiler können allerdings ein riesiges Brett an guten Stücken nicht kaputtmachen.

Von den typischen, asiatisch angehauchten Klängen (z.B. in „Solaris“) gibt es gelungene Features (u.a. „Hallucinating Beauty“... wenn es denn auf der Platte vertreten ist) und Lounge-Tipps wie „Berlin – Moskau“. Schiller passen ihren Sound an Gäste an, ohne sich selbst zu verraten und kreieren vielfältige Soundlandschaften, die stets für Abwechslung sorgen. Kaum ein Lied hat Lückenstopfer-Charakter und so sucht jeder Song nach seiner eigenen Stärke, sodass von esoterischer Meditation bis hin zur angesagten Tanzfläche alles vertreten ist, was das Ohr begehrt.

Es ist eine Frech- und Dummheit, dass Schiller sich das Leben mit so vielen verschiedenen Tracklisten schwer machen. Ein Flow kann bei einer solchen Vorgehensweise nicht ausgemacht werden und so wirkt ein großes Konzept eher wie eine unübersichtliche Ansammlung von Ideenfetzen. Wunderbare Stücke wie „Morgenrot“ und „Epic Shores“ verschwinden unter einem undurchsichtigen Schwall an Musik, der durchgehend gut ist. Das klingt paradox, doch alle Stücke erwecken bei diesem Durcheinander den Anschein, dass sie eigentlich danach streben, Teil eines großen Ganzen zu sein.

Anspieltipps:

  • Morgenrot
  • Epic Shores
  • Soleil Du Nuit

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