Papa Roach - The Connection - Cover
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Papa Roach The Connection


  • Label: Eleven Seven Music
  • Laufzeit: 46 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
7.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Das ehemalige Aushängeschild des Nu-Rock versucht sich eine zweite Identität als ernstzunehmende Rockband aufzubauen.

Papa Roach waren noch nie dafür bekannt, sich ein Blatt vor den Mund zu nehmen oder irgendwelchen Szenehypes nachzueifern, doch mit dem Cover zum 7. Studioalbum „The Connection“ haben die Herrschaften Jacoby Shaddix (Gesang), Jerry Horton (Gitarre), Tobin Esperance (Bass) und Tony Palermo (Schlagzeug, Perkussion) einen lächerlichen Versuch unternommen, um aus dem grassierenden Dubstep-/Elektrohype einen Nutzen zu ziehen und vielleicht den einen oder anderen Skrillex-Käufer mit dem superstylischen Artwork auf die Platte aufmerksam zu machen. Allerdings muss man den Jungs zugestehen, dass sie nach einem nie wieder erreichten Platinseller wie „Infest“ (04/2000) und dem Verlust des Plattendeals mit Geffen, sowie ihrem bisherigen Stammproduzenten Jay Baumgardner (Ill Niño, P.O.D., System Of A Down, Seether) nun einmal auf solche Tricks zurückgreifen müssen.

Glücklicherweise hält sich die Musik angenehm zurück und es wird einem mit Ausnahme des aufbegehrenden Openers „Still swingin“ kein wirres Geflecht aus Kratztönen um die Ohren geschmissen, die absolut gar nicht mit den drückenden Rocksphären eines Papa Roach-Outputs zusammen passen. Okay, hier und da blitzen verstärkt Keyboards oder ein paar Synthieschleifchen auf, doch im Großen und Ganzen hält sich der dadurch dezent aufpolierte Sound in Grenzen. Ärgerlich ist viel eher die Belanglosigkeit, mit der einige Songs aus den Lautsprechern dröhnen, obwohl das Fundament stets wuchtig und knackig seine Aufwartung macht. Daran ist zwar nicht immer ein Übermaß an melancholischem Gejammer („Before I die“) oder ein lahmer Refrain schuld, sondern die Durchschnittlichkeit mit der Tracks wie „Silence is the enemy“, „Give me back my life“, „Breathe you in“, „Walking dead“, „Won´t let up“ und „As far as I remember“ hantieren und ein Gefühl evozieren, das alles schon einmal irgendwo anders fetziger und spannender gehört zu haben.

Positive Ausnahmen stellen dafür Instant-Ohrwürmer wie das wuchtige „Where did the angels go“ oder die mit einem Rapteil gewürzte Nummer „Not that beautiful“. In „Wish you never met me“ liefern Papa Roach auch wieder Material zum Seele-aus-dem-Leib-schreien und „Leader of the broken hearts“ zeigt mit weltumarmender Melodie und tollem Songwriting, dass der Vierer die Trotzphase früherer Veröffentlichungen längst abgelegt hat und nicht mehr als Musik für frustrierte Teenager abgestempelt werden sollte. Zu einem zu 100% empfehlenswerten Album fehlen zwar noch einige zündende Ideen, anstatt lediglich die gängigen Konventionen des Rock zu bedienen, doch „The Connection“ zeigt (mit Ausnahme des Covers) in die richtige Richtung.

Anspieltipps:

  • Not That Beautiful
  • Wish You Never Met Me
  • Where Did The Angels Go
  • Leader Of The Broken Hearts

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