Matt & Kim - Lightning - Cover
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Matt & Kim Lightning


  • Label: Fader Label
  • Laufzeit: 32 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Gewohnt heitere Melodien, schnelle Beats und eine gehörige Portion Optimismus. Matt & Kim bleiben sich treu, die große Überraschung bleibt dadurch jedoch aus.

Matt & Kim halten sich nun schon eine ganze Weile in der Musikbranche. 2005 gegründet, bringt das Duo nun sein bereits viertes Album auf den Markt. Was so beständig fortgeführt wird, will man meinen, muss sich doch auch bewährt haben? Mit „Lightning“ allerdings ist das nicht so einfach. Gefallen kann es einem eigentlich nur mit den richtigen Erwartungen.

Diese Erwartungen an die Musik der beiden Amerikaner sollten sich dabei stark an den Vorgängeralben orientieren, denn viel geändert hat sich nicht auf dem neuen Werk. Die Stimmung ist gewöhnlich fröhlich bis heiter – und das durchgehend. Wieder setzen die beiden auf kurze Songs, wieder zehn an der Anzahl und damit überschreitet die Spiellänge der Platte die Dreißig-Minuten-Marke abermals nur knapp.

Mit von der Partie sind natürlich auch die typischen synthetischen Klänge, das Schlagzeug gibt den gewohnt tanzbaren Beat vor, die Songs bewegen sich alle irgendwo zwischen Indie, Electronic und Dance, mit poppigen Melodien. Ein bisschen nimmt der aufmerksame Hörer diesmal – und das ist einer der kleinen Neuheiten auf diesem Album – Matt's Punk-Vergangenheit wahr. „Overexposed“ jedoch übertreibt es damit und auch mit dem elektrischen Beat ein bisschen und klingt stellenweise wie die Musik zu „Mario World“.

Eine andere, durchaus angenehme Kleinigkeit hingegen stellt die wohl größte Veränderung dar: Matt and Kim haben sich diesmal große Mühe mit ihren Lyrics gegeben. Natürlich spiegeln sich eventuelle Stimmungsschwankungen nicht in der Melodie wider, wir sind schließlich bei zwei Musikern, die auf puren Optimismus setzen. Und so kommt es, dass ein von Matt durchaus betontes „Fuck you“ in „Much Too Late“ in ansonsten ungetrübten, beschwingten Keyboardklängen untergeht. Das will gekonnt sein. Auch sonst sind die beiden Künstler aus Brooklyn für ihren Frohgemut nur zu beneiden: „You called me hopeless / But I swear, it’s not that bad / And you said it’s worthless / But I swear, it’s not that bad“ ist der wohl beste Beweis dafür.

„Not that bad“ ist letztendlich auch der Rest vom Album und damit ein durchschnittlicher Erfolg.

Schade eigentlich, denn die "Do-it-yourself"-Einstellung, die im Hinblick auf ihre Musik so oft genannt wird und die "immer-gute-Laune"-Attitüde machen die beiden Musiker ansonsten durchweg sympathisch. Für schlechtgelaunte Menschen und Hasser von elektronisch geschmückter Musik ein Grauen. Für den Party-Abend im eigenen Haus, notorische Optimisten und eingefleischte Fans eine Bereicherung. Für alle anderen irgendwo dazwischen.

Anspieltipps:

  • Let's Go
  • Tonight
  • I wonder
  • Much too late

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