Richie Sambora - Aftermath Of The Lowdown - Cover
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Richie Sambora Aftermath Of The Lowdown


  • Label: Ada Global/WEA
  • Laufzeit: 52 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Das dritte Soloalbum des Bon-Jovi-Gitarristen.

14 Jahre (!!) nach seinem zweiten Soloalbum „Undiscovered Soul“ (02/1998) nutzt Bon-Jovi-Gitarrist Richie Sambora (53) mal wieder eine der kurzen Auszeiten bei seinem Brötchengeber, um seine aufgestauten Texte und Songs, die unter dem Banner von Bon Jovi keine Verwendung fanden, als eigenes Album auf den Markt zu bringen.

Im Laufe ihrer bald 30jährigen Karriere haben sich Bon Jovi mit mehr als 35 Millionen Konzertbesuchern zu einem der größten Tour-Acts auf der ganzen Welt entwickelt. Da bleibt kaum Zeit für andere Dinge und das Privatleben wird ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Auch Richie Sambora kann ein Liedchen davon singen und verarbeitet in seinen Texten private Dinge wie seine Scheidung von der Schauspielerin Heather Locklear, mit der Sambora eine gemeinsame Tochter hat, die Trennung von seiner kurzzeitigen Lebensgefährtin Denise Richards und zwischenzeitlich nicht zu übersehende Alkoholprobleme, die sogar seinen Posten bei Bon Jovi zum Wackeln brachten.

Auch wenn Sambora im Verbund mit Jon Bon Jovi zu den größten Hitsongschreibern in der Pop- und Rockmusik zählt, waren seine Soloalben von Anfang an von anderen musikalischen Ansätzen geprägt. Als leidenschaftlicher Gitarrist lässt Sambora seinem Instrument aus verständlichen Gründen mehr Raum und beschränkt sich stilistisch nicht auf ein Genre. So sind deutliche Blueseinflüsse immer ein Markenzeichen für seine Solowerke gewesen, was auch auf „Aftermath Of The Lowdown“ wieder der Fall ist. Auch seinen Gitarristenvorbildern wie Jimi Hendrix (man höre hierzu den Track „Taking a chance on the wind”), Eric Clapton, Jeff Beck oder Jimmy Page huldigt der 53-Jährige in seinen Kompositionen und sorgte damit für stilistische Kurzweil.

Im Gegensatz zu Bon-Jovi-Alben, die unter dem permanenten Zwang stehen, Radiohits abwerfen zu müssen, kann Richie Sambora sein Songwriting wesentlich entspannter angehen, was sich in elf grundsoliden Mainstream-Rocksongs äußert, die besonders durch ihre angenehme Unaufdringlichkeit punkten, auch wenn sich der Gitarrist mit „Always walk beside you“ und „Seven years gone” zwei Breitwandballaden im Original-Bon-Jovi-Stil nicht verkneifen kann. Trotzdem ist das Erlebnis von „Aftermath Of The Lowdown“ ein völlig anderes als ein Bon-Jovi-Album.

Allein das gehört honoriert. Denn Mr. Sambora hätte ja auch auf Nummer sicher gehen, einen Haufen berühmter Duettpartner einladen und damit einen Affenzirkus wie auf dem ersten Soloalbum von Slash veranstalten können.

Anspieltipps:

  • Nowadays
  • Weathering the storm
  • Always walk beside you
  • Every road leads home to you
  • Taking a chance on the wind

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