Beth Hart - Bang Bang Boom Boom - Cover
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Beth Hart Bang Bang Boom Boom


  • Label: Mascot Records
  • Laufzeit: 49 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
4.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit 40 Jahren kommt Beth Hart gerade erst ins richtige Alter für den Blues.

Eigentlich schimpft man Beth Hart gerne eine Rockmusikerin. Die Frau aus Los Angeles, die oft am Flügel vorzufinden ist, lässt sich inzwischen aber ganz klar auf den Blues einschränken, den sie mit ihrer vollen Stimme gerne in die Welt hinausträgt. Auf „Bang Bang Boom Boom“ will die inzwischen 40jährige Sängerin auch weiterhin ihr Können unter Beweis stellen und es gibt auch wenig valide Zweifel. Blues reift bekanntlich und da hilft weitere Lebenszeit ungemein. Das Cover spricht von Verführung, aber wer die Liebe kennt, der weiß, dass auch immer ein Stück Verzweiflung und Schmerz darin steckt. Genau das richtige Rezept für ein vollmundiges Blues-Erlebnis.

Das Genre neu erfinden wird Hart kaum mit typischen Thematiken wie der Traurigkeit des Blues („Baddest Blues“) und natürlich den bösen, bösen Männern, die man trotz allem liebt („Better Man“ und das überlange „Caught Out In The Rain“). Aber meine Güte, die Frau weiß wie man leidet. In jeder Gitarrenspur und natürlich der ausdrucksstarken Stimme Harts lebt der gefühl- und leidensvolle Blues in jeder einzelnen Note. Da wird man in „Thru The Window Of My Mind“ richtig aus der Deckung gelockt, wenn ein echter Rocksong das tieftraurige Tal des Blues durchschreitet und dabei ein gutes Stück Sonnenschein auf das Album lässt.

Mit ordentlich Brass und Soul wird die Stimmung des Albums jedoch sowieso noch ordentlich aufgeheitert und in seiner Gesamtheit glamouröser. „Spirit Of God“ lädt zur Sonntagsmesse, bevor Las Vegas-Sounds in „Swing My Thing Back Around“ für Glücksgefühle sorgen. Das Rockduo zum Abschluss erinnert leider zu stark an eine „Bitte mit den Händen winken“-Hymne und nimmt den dunklen, wie auch den glamourösen Momenten des Albums an Kraft. Hier gibt es einen klaren Qualitätsabfall, der nach überalterter Rockmittelklasse klingt. Das liegt an den Country-Elementen genau wie an der 0815-Ballade zum Abschluss. Ansonsten liefert Hart aber ein Album treffender Gefühle und trefflicher Melodien. Diese Frau hat erwiesenermaßen den Blues.

Anspieltipps:

  • Baddest Blues
  • Better Man
  • Swing My Thing Back Around

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