Marteria - Lila Wolken EP - Cover
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Marteria Lila Wolken EP


  • Label: Four Music/Sony Music
  • Laufzeit: 20 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Helden der zweiten HipHop-Reihe Deutschlands vereinigen sich.

Die Kumpels Marteria und Yasha haben auch zwei Jahre nach ihrer recht erfolgreichen Zusammenarbeit noch Freude am gemeinsamen Musizieren. Schon „Verstrahlt“ war angenehm weit weg von der Gangster-Welt, die der Hörer aus der Berliner Gegend noch oft gewohnt ist. Für das neue Gemeinschaftsprojekt „Lila Wolken“ wurde gleich noch Miss Platnum eingeladen und der musikalisch vielseitige Dreier ist komplett. Keiner der Musiker – vielleicht mit Ausnahme von Marteria – ist durchgehend in der ersten Liga des deutschen HipHop vorzufinden, doch die Mischung gibt genug Qualität für durchaus hohe Erwartungen her.

Der eher poppige Ansatz, den Yashas weicher Gesang und Miss Platnums Vorlieben ausmachen, ist auf diesem Projekt klar vorherrschend und gefühlt hält sich Meister Marteria brav zurück, anstatt den Boss herauszukehren. Die Namen gebende Single „Lila Wolen“ vereint dabei alles in sich, was einen Charterfolg einbringen könnte. Synthie-Piano à la David Guetta, versetzte Rhythmen, die DubStep-Freunde, wie auch einfache Dancefloor-Freunde anlocken und ein romantischer Chorus, der die Ladys ins Boot holt. Was soll da noch schief gehen? Marteria gibt den tiefen Gegenpart zu Yasha, was sich wie immer gut ergänzt und so ist der Titeltrack eine viel versprechende Pop-Nummer, welche die HipHop-Wurzeln der Musiker fast vergessen lässt.

Natürlich gibt es aber auch genug Attitüden mit einer guten Portion Augenzwinkern in „Bruce Wayne“. Hier dürfen sich Hörer gediegen cool fühlen, ohne dass man in Hahnenkampf-Peinlichkeiten tappt. Trotzdem stellt der Song mit seiner recht schwachen Mischung aus Melodie und Reimen den Schwachpunkt des Albums dar. Um die Tanzfläche auch noch auf schnellere Töne hin anzünden zu können, wird mit „Feuer“ ein treibender Track mit viel Bass und The Prodigy im Hinterkopf feiert sich das Trio selbst auf gelungene Art. Auch „Kreuzberg Am Meer“ schließt sich der allgemeinen Gediegenheit an und die Erinnerungen an die B-Klasse der deutschen HipHop-Szene kommen wieder auf, da „Kreuzberg Am Meer“ wie ein neues, aber auch etwas schwächeres „Dickes B“.

Mit „Autoboy“ als vierten guten Track von fünfen rettet „Lila Wolken“ jedoch in die Oberklasse. In „Autoboy“ darf sich Miss Platnum zu heißen Rhythmen austoben und suhlt sich in vernichtenden Gedankenspielen und Rachegelüsten. Die Mischung dieser drei Musiker geht wunderbar auf und sorgt für ein durchgehend modernes Gefühl von HipHop-Musik. Diese Platte funktioniert nicht (nur) in einer Traumwelt, sondern wird einfach für viele Glücksgefühle sorgen. Schade nur, dass der Spaß nach nicht mal 20 Minuten wieder vorbei ist. Wenn es in dieser Konstellation zu einem ganzen Album gereicht hätte, wären wahrscheinlich noch ein paar Kritikermünder mehr gestopft worden. So ziehen aber bestimmt schon einige mit dem Hut.

Anspieltipps:

  • Lila Wolken
  • Feuer
  • Autoboy

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