All Time Low - Don´t Panic - Cover
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All Time Low Don´t Panic


  • Label: Hopeless Records
  • Laufzeit: 40 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

All Time Low kehren zu Hopeless Records zurück und liefern mit „Don’t Panic“ eine solide Platte ab, die keinem wehtut.

Die US-amerikanischen Pop-Punks von All Time Low sind nach einem kurzen Intermezzo beim Major-Label Interscope zurück im Hause Hopeless Records und veröffentlichen dort ihr mittlerweile fünftes Studioalbum „Don‘t Panic“. Dabei ist der an Douglas Adams‘ „The Hitchhiker's Guide To The Galaxy” angelehnte Titel durchaus wörtlich zu nehmen: Der eher durchschnittliche Vorgänger „Dirty Work“ und der unplanmäßig kurze Aufenthalt bei Interscope sollen die Fans nicht nervös machen, schließlich sei man doch unbeschadet aus der Nummer rausgekommen und könne nun auf „Don’t Panic“ nicht nur aus den Vollen schöpfen, sondern sogar das Beste der vergangenen vier Alben vereinen.

Doch was bedeutet so eine Ansage bei All Time Low? Natürlich vor allem eines: unverschämt eingängige Refrains. Und davon können die vier Herren aus Baltimore auf ihrem neuen Longplayer offenbar gar nicht genug bekommen. Songs wie „Backseat Serenade“ (mit Cassadee Pope) oder „If These Sheets Were States” fressen sich regelrecht in die Gehörgange und verschwinden dort auch nur wieder, um dem nächsten Ohrwurm Einlass zu gewähren. Das ist zwar auf eine gewisse Art beeindruckend, führt aber auch dazu, dass ein Großteil der auf „Don’t Panic“ vertretenen Stücke zu gewollt süß und glatt sind, um wirklich ernst genommen zu werden.

Aber müssen sie das überhaupt? Im Endeffekt ist All Time Low eine Band für Musikfans, die zwar auf ein punkiges Image stehen, denen aber der Punkrock an sich mit seiner Protestkultur schlichtweg zu hart ist. Zwar gibt es durchaus ernste Themen, die auf „Don’t Panic“ verhandelt werden, doch befinden sich die Songs in einem so dermaßen lieblichen Gewand, dass solche Momente schlichtweg verpuffen. Radiotauglicher Pop-Punk eben, allerdings ohne den Charme von Bands wie Blink 182 und Green Day, die zu den großen Vorbildern von All Time Low zählen.

Am Ende ist „Don’t Panic“ eine Platte geworden, die vermutlich weder Fans gewinnen noch Fans vergraulen wird. Die bereits vorab veröffentlichten Singles „The Reckless And The Brave“ und „For Baltimore“ besitzen nicht die Durchschlagskraft, um wirklich Aufsehen zu erregen. Die anderen zehn Stücke sind durchweg definitiv gut genug, um All Time Low nicht in der Versenkung verschwinden zu lassen. Problematisch ist lediglich die Eintönigkeit, mit der das Material aus den Boxen kommt. Zwar versuchen Alex Gaskarth, Jack Barakat, Zack Merrick und Rian Dawson mit Songs wie dem erfrischend andersartigen „So Long Soldier“ (mit Anthony Raneri) gegen diese „kennste einen, kennste alle“-Mentalität anzukämpfen, so richtig gelingen will ihnen das aber nur selten.

Anspieltipps:

  • Backseat Serenade
  • If These Sheets Were States
  • So Long Soldier
  • Paint You Wings
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