the GazettE - Division - Cover
Große Ansicht

the GazettE Division


  • Label: Plastic Head/SOULFOOD
  • Laufzeit: 45 Minuten
Artikel teilen:
7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Schizophren harmonisch oder schlichtweg einzigartig? The GazettE beweisen sich auch mit ihrem aktuellen Longplayer einmal mehr.

The GazettE gehören nach wie vor zu den größten Exportschlagern für die deutschen J-Rock Fans. Ihr Stil und ihre Musik begeistern seit Jahren und sind allgemein selbst bei Nicht-Fans durchaus positiv behaftet. Als Teil der PS Company gehören sie in Japan einem der stärksten Managements der Rock-Szene an und haben auch in ihrer Heimat einen durchaus stabilen Stand. Mit „Division“ legen die Herren nur knapp ein Jahr nach der Veröffentlichung von „Toxic“ (10/2011) bereits ihren nächsten Longplayer vor, der dank Plastic Head nun auch in Europa erscheint.

Generell lässt sich das Album musikalisch in drei auf den ersten Moment vielleicht ein wenig paradoxe und doch erstaunlich harmonische Kategorien aufteilen. Zunächst wird der Hörer schon im Opener „“ mit starken Elektronikeinflüssen konfrontiert, die auch durchaus Teil einiger Songs („GABRIEL ON THE GALLOWS“, „DERANGEMENT”) bleiben. Für Fans der Band ist das natürlich weitgehend nichts Neues, denn schon auf „Toxic“ wurde mit diesen Elementen gespielt. Fans eher westlicher Rockmusik mögen dabei an die starken Dubstep-Einflüsse denken, die beim aktuellen Korn-Longplayer für Kontroversen gesorgt hatten. Natürlich sind diese Einflüsse auf ihre Art in typischen Rock- bzw. Metalkompositionen ungewohnt und im ersten Moment vielleicht sogar ungewöhnlich, doch gerade japanische Künstler beweisen immer wieder, wie mühelos und harmonisch die Vermischung diverser Stile funktionieren kann.

Schon „DRIPPING INSANITY” vollführt den nächsten musikalischen Schritt. Ganz sind die Synthesizer noch nicht verschwunden, sondern dominieren noch immer durchaus deutlich, machen aber schon schon Platz für starke Gitarrenriffs und doch eher J-Rock vertrautere Melodielinien und Growls. Bei „Yoin“ sind sie dann schließlich ganz verschwunden und es offenbart sich schlichtweg ein Song, der die Band von ihrer besten Seite erstrahlen lässt. Großartige Gitarrenriffs, abwechslungsreiche Rhythmen und Rukis tragende Stimme schaffen eine starke Midtempo-Nummer, die in manchen Passagen sogar stark am Gänsehautgefühl kratzt. Auch „Ibitsu“ bleibt in genreklassischen Gefilden, besticht allerdings mit melodiöser Fröhlichkeit, wie sie nur in diesem Genre zu finden ist. So ist zumindest Mitwippen eigentlich schon vorbestimmt und erste Zufriedenheit über den Silberling hergestellt. „Kagefumi“ ist schließlich die erste große Ballade des Albums, die vor allem durch Rukis Gesang überzeugt und für den nötigen Melodieohrwurm sorgt. „Kago no sanagi“ bleibt nach gitarrenlastigem Intro in der Tradition seines Vorgängers, verzaubert aber hingegen mit unterschwelligen Gitarrenriffs.

Spätestens mit „HEDORO“ ist es wieder vorbei mit der Ruhe des Longplayers und auch die Electroklänge sind zurück. Das mag im ersten Moment wie ein harter Bruch erscheinen, führt aber schlichtweg zu guter Laune und sorgt für Partystimmung und natürlich Abwechslung. „ATTITUDE“ dreht sogar noch mehr auf und findet dabei schnell die nötige Harmonie zwischen Elektronik und Bandbesetzung, Gesang und Growls, Melodie und Krach. „REQUIRED MALFUNCTION” besticht mit schnellen Rhythmen, verzerrtem Gesang und schafft so nochmals eine ganz neue musikalische Ebene, ehe „“ den Silberling dramatisch ausklingen lässt. So ist es The GazettE einmal mehr gelungen, ein kreatives und vor allem abwechslungsreiches Album zu schaffen, das sowohl den nötigen Wiedererkennungswert hat, um harmonischer Teil der bisherigen Banddiskographie zu sein und gleichzeitig genug Innovation bietet, um nicht langweilig zu werden.

Anspieltipps:

  • DRIPPING INSANITY
  • Kagefumi
  • Kago no sanagi
  • ATTITUDE

Neue Kritiken im Genre „J-Rock“
8/10

Shangri-La
  • 2013    
Diskutiere über „the GazettE“
comments powered by Disqus