Section A - The Seventh Sign (Re-Release) - Cover
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Section A The Seventh Sign (Re-Release)


  • Label: Lion Music/H'ART
  • Laufzeit: 61 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Prog-Metal von der Stange, der sich durch erstklassige Arbeit an Instrument und Mikro zumindest ein gesundes Mittelmaß halten kann.

In keinem anderen Subgenre des Metals ist das Formieren einer Supergroup so en vogue wie im Progressive Metal. Vollblutmusiker, die es darauf anlegen eine angestrebte (und definitiv nicht mehr einordbare) Perfektion zu erreichen bzw. sich ihr wenigstens zu nähern, wahnsinnige Line-Ups voll mit bekannten Namen, das beinahe inzestuöse Hin- und Herreichen innerhalb der Szene... Einmalig!

Das dachte sich auch Multiinstrumentalist Torben Enevoldsen, der sich seinen Wunsch mit von ihm bewunderten Musikern zusammen zu spielen, erfüllt. Mit Andy Engberg (Gesang, Lions Share) und Andreas Lill (Schlagzeug, Vanden Plas) hat er sich zwei renommierte Herren ins Studio geladen. Als Sahnehäubchen hat man Derek Sherinian (Keyboardlegende, Planet X) in petto, der zumindest als Gastmusiker ein gehöriges Verkaufsargument bietet. Fertig ist die Supergroup! Das Debütalbum „The Seventh Sign“ ist dementsprechend eine wie erwartet ambitionierte Angelegenheit. Das muss sie auch sein, denn bahnbrechend oder aufrüttelnd ist es definitiv nicht.

Streng genommen ist „The Seventh Sign“ kein neues Album. Bereits 2003 ist es erschienen und erscheint neun Jahre später als streng limitierte Special Edition inklusive Bonustrack („FYI“, instrumental). Über Sinn und Unsinn solcher Veröffentlichungsstrategien lässt sich natürlich streiten, zumal die Ur-Ausgabe nicht wirklich vergriffen oder schwer erhältlich ist und Enevoldsens Projekt außerhalb von Prog-Kreisen, wenn überhaupt, sicherlich keinen Impact hatte, der einen Re-Release rechtfertigt. Musikalisch hat Section A allerdings so oder so einiges zu bieten. Mastermind Enevoldsen präsentiert die Arbeit seines Projektes als buntes Kaleidoskop und einem „Who is who“ der Prog-Metal-Spielarten. Getreu dem Motto „Besser gut geklaut als schlecht selbst erfunden“ ist „The Seventh Sign“ ein Sammelsurium an Sounds, die jedem Genrefan sofort bekannt oder zumindest vertraut vorkommen dürften.

Ob es nun das obligatorische Schielen Richtung Dream Theater („Tomorrow“, „The Man In The Mirror“) irgendwo zwischen „Awake“ und „Scenes From A Memory“ ist, Symphony X oder Redemption Zitate („Riot“, „Into The Fire“, „Nightmare“) für die melodischen, leicht bombastischen Momente sowie das allseits „progressiven“ Mellotron-Geblubber zuständig sind oder man sich in Punkto Gitarrenarbeit sogar leicht an Riverside (Titeltrack und Opener, „Pray For Rain“) orientiert: Section A bedienen sich munter an den Genregrößen. Doch auch wenn sie das Rad sicherlich nicht neu erfinden, wissen es die Herren ihr Material gut rüber zu bringen. Progressiv ist da außer der Genrebezeichnung nichts mehr. Macht aber nichts! Progger kriegen den kleinen Snack für Zwischendurch, der sicherlich nicht mit den Festmählern der Meisterköche zu vergleichen ist, aber für kurze Zeit satt macht und zudem makellos zubereitet wurde.

Anspieltipps:

  • The Seventh Sign
  • Nightmare
  • Into The Fire

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