Brother Ali - Mourning In America And Dreaming In Color - Cover
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Brother Ali Mourning In America And Dreaming In Color


  • Label: Rhymesayers/Rough Trade
  • Laufzeit: 52 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Brother Ali mit dem ersten Album ohne seinen Beat-Provider BK-One schwächelt erwartungsgemäß etwas.

Nach der letzten EP war Schlimmes zu befürchten. Brother Ali ohne seinen langjährigen Beat-Provider BK-One, ja, es war ein schlimmer Absturz von einem der besten HipHop-Alben der letzten Jahre, „Us“, zur „The Bite Marked Heart EP“.

BK-One is still missing. So viel steht fest, doch Brother Ali's viertes Studioalbum ist zumindest solider Nachdenker-HipHop. Jake One als Produzenten gewonnen zu haben ist sicher gut für die Credibility, hat der HipHop-Großproduzent doch Acts wie Snoop Dogg, 50 Cent, De La Soul in der Vita stehen, und ja, manches Mal treffen sich Beat-Arrangements und Ali's Wortkaskaden in stimmigen Schnittpunkten.

But boy oh boy, eine Chemie kann man so leicht nicht ersetzen. Und als das Minnesota-Duo während der „Us“-Tour verkündete, nach gefühlten zehntausend Jahren sei es Zeit, dass die Bro's getrennte Wege gehen, war sicher nur eingefleischten First-Minute-Fans klar, dass das schwer werden könnte mit dem Nachfolger des großartigen „Us“. Zu sehr verstand es BK-One Ali's Flow und Rap-Stil unwiderstehlich klingen zu lassen mittels dieser klug gewählten, häufig hochgradig tanzbaren Beat- und Sample-Arrengements.

Obenauf ist Ali auf seinem vierten Album nur zwischendurch („Work Everyday“, „Namesake“, „All You Need“), die das Album tragenden Songs sind thematisch bedeutungsschwanger und soundtechnisch nicht innovativ genug. Ali der weiße Albino-Muslim aus dem verschneiten Minnesota, der nicht von Sex, Thug-Life und Drogen rappt und trotzdem fett klingt, war in Mekka, hat einige Erleuchtung erfahren, ist noch sozialkritischer geworden und liebt trotz allem noch sein Land. Entsprechend viel komplexe Dinge hat er uns und insbesondere seinen amerikanischen Landsleuten zu sagen, was völlig in Ordnung wäre, wenn die Vertonung das Vorhaben tragen würde.

Nun ja, es ist Meckern auf hohem Niveau, Ali hat einfach 2009 eines der HipHop-Alben der jüngeren Zeit aufgenommen, nicht zuletzt dank seines langjährigen Partners in crime BK-One. Dieser Neuanfang ist okay und vielleicht gilt ja für HipHop-Acts mehr als für andere, dass eine gewisse Fluktuation in ihrem Schaffen einfach dazugehört.

Anspieltipps:

  • Namesake
  • All You Need
  • Work Everyday

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