Simeon Soul Charger - Harmony Square - Cover
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Simeon Soul Charger Harmony Square


  • Label: Gentle Art Of Music
  • Laufzeit: 68 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Größer, besser weiter und natürlich psychedelischer

Wie steigert man die Unzugänglichkeit von sowieso schon instrumental experimenteller Musik, die oft über die Sechsminutenmarke hinaus geht? Ganz klar, ein Konzeptalbum muss her. Da können die eigenen Ambitionen voll ausgespielt werden und ein Lied muss nicht alleinstehend der Menge genügen, sondern als Teil des Ganzen den Hörer beeindrucken. Für Bands wie Simeon Soul Charger dürfte es nahezu leichter sein, dieses Vorhaben umzusetzen, als wie auf „Meet Me In The Afterlife“ Einzelstücke an den Mann zu bringen.

Manch einer hat es wahrscheinlich schon vermutet, aber das Ergebnis ist die psychedelische Version eines The Decemberists-Ausflugs. Der Auftakt klingt folkig und weit entfernt vom Mainstream, wenn Streicher sich mit knackigen Gitarren vereinen, um einen ganz eigenen Sound zu kreieren. Bis „Miss Donce“ überraschen Simeon Soul Charger mit einer Vielfalt an Melodien, die mal bedrohlich und dann wieder betörend wirken. Eine gefährliche Mischung von der man nicht genug bekommt. Und wer den Rock vermisst hat, der bekommt mit eben diesem „Miss Donce“ den Auftakt zu einem echten Psychedelic-Marathon.

Jene, denen der ganze Schnickschnack mit Streichern und weicheren Melodien zu viel ist, der erfreut sich bis zum Finale von „The Devil's Rhapsody“ an unangenehmen Gitarren, die den Rock zurück auf den Thron heben. Der zu Beginn versprochenen Abwechslung tut dieser Abbruch allerdings nicht gut und Hörer der Decemberists-Riege werden von den lediglichen Tempowechseln enttäuscht sein. Da ist auch das fantastische „The Changing Wind And Reign“ nicht Entschuldigung genug, wenn einfach alle bisherigen Elemente des Albums sich in einem Sechsminutenriesen vereinen.

Allerdings geht die Enttäuschung über den schlichten Mittelteil weiter zurück, wenn sich der Spaß mit „The Advent Of Awakening“ als Zweiteiler herausstellt. Allerdings übertreibt es der Vierer dann auch gerne wieder in einer acht Minuten Rockbeweihräucherung („King Charles Norman's Castle“), die nur progressive Hörer konzentriert überstehen werden. Der dann doch richtig abwechslungsreiche Endspurt des Albums schafft es allerdings noch einmal vor Ohren zu führen, warum diese Konzeptgeschichte wirklich zum Klang der Band passt. Für einige dieser Arrangements würden auch andere Konzeptbands den kleinen Finger geben und Größen wie eben die Decemberists und natürlich ...And You Will Know Us By The Trail Of Dead rücken mit diesem Album in greifbare Nähe.

Anspieltipps:

  • Overture
  • Babylon Groove
  • The Changing Wind And Reign

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