Status Minor - Ouroboros - Cover
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Status Minor Ouroboros


  • Label: Lion Music/H'ART
  • Laufzeit: 50 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Geheimtipp im Kader des finnischen Progressive Power Metals.

Dass Finnland seit jeher die Schmiede großartiger Metal Künstler aus so ziemlichen allen Unterarten ist, dürfte schon längst bekannt sein. Einen (mehr oder weniger) repräsentativen Überblick über Helden, Größen oder Stilpräger zu bieten, würde eh den Umfang einer Rezension sprengen. Interessanter ist vielleicht, dass Finnland auch weiterhin der Geburtsort vieler guter Bands sein wird. Das gilt auf jeden Fall auch für Status Minor, die nach ihrem Erstling „Dialog“ mit „Ouroboros“ so richtig durchstarten wollen und dank einer für eine so junge Band ungewöhnlichen Professionalität auch gar keine so schlechten Karten haben. Markku Kuikka (Gesang, Gastvokalist bei Book Of Reflections), Sami Saarinen (Gitarre), Jukka Karinen (Keyboard), Eero Pakkanen (Bass) und Rolf Pilve (Schlagzeug) sind allesamt junge Burschen, die das nötige Talent mitbringen, welches benötigt wird, um Prog-Metal überzeugend rüber zu bringen.

Ihr „Ouroboros“ ist Power Prog. Und zwar solcher, wie man ihn aus Finnland zu erwarten hat. Die feinsten, melodischsten Momente von Suomis Power Metal Kunst, wie beispielsweise die von Stratovarius der mittleren und späten oder Sonata Arctica der frühen Phase, treffen auf den progressiven Metal von Bands wie Dreamscape, Vanden Plas oder sogar Sieges Even vor Auflösung. Dabei ist „Ouroboros“ ein Konzeptalbum geworden, welches die ikonographische sich selbst in den Schwanz beißende Schlange auf eine Liebesgeschichte mit all ihren Höhen und Tiefen adaptiert. Lyrisch ist das sogar recht ansprechend umgesetzt und bietet in Form der Balladen „Like A Dream“, „Confidence And Trust“ und „Flowers Die“ Duette mit Eluveities Anna Murphy, welche man sich als Gastsängerin geladen hat. Es kommt der Gesamtatmosphäre klar zugute. Immer mal wieder ertönt ihr Gesang, nimmt aber außerhalb ihrer eigentlichen Feature-Tracks nie eine dominante Stellung ein. Ansonsten bekommt man kraftvollen, melodischen Prog Metal geboten, der mal schnell („The Wind“, „Smile“), mal stampfend („Glass Wall“), aber grundsätzlich mitreißend dargeboten wird. Im Rausschmeisser und Longtrack „Sail Away“ gipfelt das Album im für das Genre entsprechenden Grande Finale mit Bombast und dem beinahe obligatorischen Pathos. Warum auch nicht?

Den Jungs von Status Minor ist definitiv ein gutes und spannendes Album gelungen, welches sowohl Anhänger von Power als auch Progressive Metal abzuholen vermag. Ihr Gespür für gute Melodien, die ein oder andere harte Passage sowie dem Vermögen Komplexität so einzubauen, dass sie als solche gar nicht erkannt wird, resultieren in einem intelligenten Songwriting. Und Fräulein Murphy, darf auch abseits ihrer Hauptbands beweisen, was in ihr steckt und stellt sich als großer Gewinn auf der Haben-Seite heraus. Bei Status Minor geht auf jeden Fall noch einiges und es wäre überraschend, wenn man nicht künftig mehr von ihnen hören würde. Fazit: Noch viel Luft nach oben, aber auf alle Fälle empfehlenswert!

Anspieltipps:

  • Glass Wall
  • Like A Dream
  • Smile
  • Sail Away

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