Tall Ships - Everything Touching - Cover
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Tall Ships Everything Touching


  • Label: Big Scary Monsters
  • Laufzeit: 44 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Die drei Musiker aus Brighton veröffentlichen nach einigen EPs und Singles ihr Debütalbum „Everything Touching“.

Die Tall Ships aus der schönen englischen Küstenstadt Brighton lassen dieser Tage ihr Debüt „Everything Touching“ auf die Math-Rock-Gemeinde los. Das wäre ein gewöhnlicher Einleitungssatz, aber eben nur die halbe Wahrheit. In Wirklichkeit setzen die drei Herren mit ihrem vor progressiven Elementen nur so strotzenden Indie-Rock zu einem viel größeren Sprung an und würden am liebsten gleich dem ganzen Genre zur Massentauglichkeit verhelfen.

Und los geht es auch schon mit dem ersten Ausrufezeichen: Der Opener „T=0“ ist ein energischer Song, gestützt von einem eingängigen Riff, langen Instrumental-Parts, zwischenzeitlichem Flüstern und schließlich glasklarem Gesang, der wie das windstille Auge dieses musikalischen Wirbelsturms wirkt. Auch das folgende Stück „Best Ever“ überzeugt mit aufgewühlten, fast panischen Riffs, die nach zwei Minuten in eine unheimliche, nur von zaghaftem Gitarrenspiel durchdrungene Stille übergehen, um dann gegen Ende umso kraftvoller wiederzukehren – nicht schlecht!

Und gerade, als es nach dem dritten Track „Phosphorescence“ fast ausgeschlossen wirkt, dass „Everything Touching“ nicht mindestens ein gutes Debüt wird, beginnt das Album mit „Oscar“ und „Ode To Ancestors“ deutlich zu bröckeln, um erst mit „Gallop“ wieder mehr Fahrt aufzunehmen. Der entfernt an The Smiths erinnernde Song bildet zusammen mit dem durchaus imposanten „Books“ die letzten zwei Höhepunkte dieser Scheibe, die ansonsten teilweise gefährlich vor sich hinplätschert und zu oft die letzte Konsequenz vermissen lässt. Zwar merkt man den drei Musikern ihre Suche nach der großen Geste, dem geradezu epischen Moment in fast jeder ihrer Kreationen, an, gelingen will ihnen dieses Vorhaben allerdings zu selten, um wirklich einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

„Everything Touching“ ist am Ende ein durchschnittliches Debüt geworden, das einer für ihre Liveshows gelobten Band wie Tall Ships nicht ausreichen kann. Zwar wirken die einzelnen Stücke mit ihren unkonventionellen Songstrukturen durchaus erfrischend und kreativ, doch schafft es das Trio nicht, sein großes Segelschiff dauerhaft auf Kurs zu halten. Das Thema Massentauglichkeit muss also noch eine Weile aufgeschoben werden, was allerdings für eine Band mit ausgeprägtem Math-Rock-Sound nicht unbedingt etwas Schlechtes bedeuten muss.

Anspieltipps:

  • T=0
  • Best Ever
  • Gallop

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