Hellbringer - Dominion Of Darkness - Cover
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Hellbringer Dominion Of Darkness


  • Label: High Roller Records
  • Laufzeit: 40 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Patronengurt statt Surferhose! Drei Australier bombardieren den Hörer mit feinstem Thrash Metal der alten Schule.

Zu sagen Australien spiele keine Rolle im internationalen Metal Markt, wäre falsch. Immerhin kommen die legendären AC/DC aus Down Under und auch Gruppierungen wie Mortification, Alchemist oder Voyager konnten sich als Aushängeschild ihres Landes etablieren. Ansonsten sieht es fast düster aus, wenn man Australien mit Metal in Zusammenhang bringen will. Süße Surferjungs dominieren einfach das Bild, welches Otto Normal vom Commonwealth hat. Oder schon mal Koalas mit Corpsepaint gesehen? Oder Schnabeltiere mit Nieten? Eben! Ob die drei jungen Burschen von Hellbringer diesen Missstand künftig ändern wollen ist zu bezweifeln. Dass ihr Debüt „Dominion Of Darkness“ ein kleiner, mieser Arschtritt ist und diese gewisse skandinavische Unterkühlung unter den Minirock weht, ist dagegen Fakt. Luke Bennett (Gesang, Bass), sein Zwillingsbruder Josh (Schlagzeug) und James Lewis (Gitarre) kommen aus Canberra, sind gerade erst mit der Schule fertig geworden und treten als klassisches Metal-Trio auf. Ihr Erstlingswerk „Dominion Of Darkness“ zeugt von hohem handwerklichen Können und, was fast noch wichtiger ist, vom jugendlichen Spirit und einer gewissen „Fuck you“-Mentalität, die sich im Thrash Metal rar gemacht hat.

In jener Hinsicht sind Hellbringer glücklicherweise absolut kompromisslos. Schon das Artwork zeigt wohin die Reise gehen soll. Um auf Australien zurück zu kommen: Reitet der Dämon auf einem monströsen Wombat? Naja, Hauptsache er reitet! Denn Hellbringer selbst präsentieren ihren Thrash ohne Schnörkel immer geradeaus nach Vorne. Riffing, Soli und eigentlich das ganze Songwriting orientieren sich klar am Ur-Thrash der europäischen Schule. Besonders die Gelsenkirchener Sodom scheinen einen großen Einfluss auf die Jungs gehabt zu haben. Nicht nur die einstige Wut, sondern auch der dezenten Blick zum (frühen) Black Metal lassen sich auf „Dominion Of Darkness“ finden.

Wenn Frontmann Luke auf den hohen Gesang Marke Overkill verzichtet und lieber krächzt, dann kommt das in der Kombination mit dem dargebotenem Thrash schon wie eine kleine Reise in die Zeit vor, in der Thrash gerade davor stand sich in Richtung Black zu entwickeln (siehe Venom). Hellbringers Sound ist noch sehr rau, ungeschliffen und heavy. Songs wie „Bell Of The Antichrist“, „The Rites Of Evil“, das groovend-melodische „Necromancer's Return“ oder das großartige „Deceiver's Chamber“ sind angenehme Anachronismen in einer Welt, in der junge Metal Bands versuchen wollen das Rad neu zu erfinden. Hellbringer gehen da den einfachen, aber durchaus logischen Weg: 40 Minuten voll aufs Maul, keine großartigen Experimente sowie ein wenig Provokation in den Lyrics und im Auftreten. Diese Attitüde ist auch heute noch ungemein wirkungsvoll. Und im Anbetracht auf das Alter der drei Musiker glaubwürdig. Thrash-Jüngern läuft da das Wasser zurecht im Munde zusammen. Wer einfach erst einmal genug von Thrash Metal hat, der sich immer wieder neu zu erfinden versucht oder Crossovers mit anderen Genres eingeht, darf, soll und muss dem Trio aus Oz sein Ohr leihen. Hellbringer vertreten ihre Heimat par excellence und werden auch in Zukunft bestimmt von sich hören lassen.

Anspieltipps:

  • Dominion Of Darkness
  • Deceiver's Chamber
  • Necromancer's Return
  • The Rites Of Evil

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