Taylor Swift - Red - Cover
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Taylor Swift Red


  • Label: Big Machine Records
  • Laufzeit: 65 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Taylor Swift lässt erstmals externe Hit-Songschreiber ran, ohne den Bogen zu überspannen. Eine gelungene Weiterentwicklung!

Als Taylor Swift Ende 2006 mit gerade einmal 16 Jahren der amerikanischen Countryszene präsentiert wurde, konnte niemand ahnen, dass sich aus dem süßen, blonden Teenager vom Lande einer der erfolgreichsten Popstars der jüngeren Musikgeschichte entwickeln würde. In Europa hat es zwar ein paar Jahre länger gedauert, bis das Publikum die junge Sängerin und Songschreiberin auf dem Radar hatte, doch spätestens mit dem „Speak Now“-Album (10/2010) sind auch hierzulande die Lampen angegangen und Taylor Swift stieg zur Chartstürmerin und zum Covergirl auf.

Seitdem das Debütalbum von Taylor Swift im Jahr 2008 offiziell in die deutschen Läden kam, ist kein Jahr ohne neue Veröffentlichung der inzwischen 22-Jährigen vergangen. Auf die Qualität hat sich dies bis jetzt nicht negativ ausgewirkt. Auch wenn der Anteil der Country-Elemente auf jedem neuen Longplayer weiter zurückgedreht wurde, und damit leider ein Stück charmanter Eigenständigkeit aufgegeben wurde, verblieben die Songs von Taylor Swift in aller Regel auf einer höheren Qualitätsstufe, als es der Hörer von Kolleginnen wie z.B. Carly Rae Jepsen gewohnt ist.

Doch die Entwicklung in der Popmusik macht auch vor Taylor Swift keinen Halt. Und so tauchen auch auf ihrem neuen Album, „Red“, erstmals Co-Songwriter wie die beiden Schweden Max Martin und Shellaback (P!nk, Britney Spears, Maroon 5, Katy Perry, Taio Cruz, Kelly Clarkson) auf, die dem bekannten Swift-Sound eine deutlich andere Färbung verpassen. Zum Glück, möchte man sagen, passiert dies nur bei drei Stücken. Da wäre zum einen „I knew you were trouble“ als glitzernder Popsong mit Electro-Einflüssen, gefolgt von „22“ als Teenager-Drama-Queen-Epos im quietsch-bunten Katy-Perry-Stil bis hin zur ersten Singleauskopplung „We are never ever getting back together”, die als aufgepeppte Liebesballade mit einem stadiontauglichen Mädchen-Trotzkopf-Refrain überzeugt.

Dazwischen platziert sich mit „All too well“ ein Track, der vom Aufbau sehr auffällig an Bon Jovis letzte Großtat „(You want to) make a memory” erinnert und zusammen mit „Red”, „I almost do“ oder auch „Treacherous“ noch am deutlichsten Country-Luft atmet. Darüber hinaus gesellen sich diesmal gleich zwei Duette auf das Album. Zum einen mit Gary Lightbody von Snow Patrol („The last time“) sowie mit Shootingstar Ed Sheeran („Everything has changed“), die beide einen schönen akustischen Gegenpol zu den extrem poppigen Martin/Shellaback-Stücken setzen.

Keine Frage, die Musik von Taylor Swift ist poppiger und, wenn man will, moderner geworden. Trotzdem leitet die 22-Jährige diesen Schritt nicht mit der Keule und einem halben Dutzend hipper Songschreiber und Produzenten ein, sondern mit einer kleinen Anfangsdosis, die auch Countryfreunde vertragen sollten. Deshalb ist die Tatsache, dass die Herren Martin und Shellaback nun auch bei der sechsfachen Grammy-Gewinnerin mitmischen, kein Beinbruch. Denn dies wird so geschickt in die 16 Lieder umfassende Songsammlung integriert, dass „Red“ trotzdem homogen und eigenständig klingt. Diese Mischung führt dazu, dass das Album von Durchlauf zu Durchlauf dazugewinnt und sich auf derselben Höhe wie die starken Vorgänger einsortieren darf.

Anspieltipps:

  • All too well
  • Begin again
  • The lucky one
  • Stay stay stay
  • Everything has changend
  • We are never ever getting back together

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