The Chevin - Borderland - Cover
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The Chevin Borderland


  • Label: So Recordings/Sony Music
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7.3/10 Leserwertung Stimme ab!

The Chevin klauen auf „Borderland“ nur von den Besten!

„Das ist alles nur geklaut!“, würde man im deutschen Sprachgut sagen/singen. The Chevin aus Leeds bringen zwei Jahre nach ihrer Gründung ihr Debüt „Borderland“ an den Start. Die einzige Grenze, welche die vier Engländer überschreiten, ist allerdings jene des Plagiats. Nun, ganz so schlimm ist es natürlich auch nicht. Jedoch konnte man bisher nur selten so präzise sagen: Wer The Killers mag, der wird sich auch mit The Chevin anfreunden können. Für diese Aussage sollte man eine Garantie aussprechen dürfen.

Gleich der Opener „Champion“ legt mit der Mischung aus groß angelegter Hymne und Intimität im Gesang auf die Stärken der Killers, welche diese auf „battle Born“ artig vernachlässigt haben. Mit einer aufdringlichen Präzision werden die Strukturen der letzten Killers-Outputs wiederholt. Man kann es schon nicht mehr anders beschreiben, als dass „Battle Born“ eigentlich so hätte klingen müssen, wie The Chevin „Borderland“ gestaltet haben. Neben den ganzen Vorwürfen sollte der geneigte Leser auch bemerken, dass das wahrlich nichts Schlechtes ist. The Chevin prügeln die großen Hymnen nur so heraus, dass es einem schwindlig wird.

„Champion“ und „Drive“ heizen das Stadion an, bevor „Blue Eyes“ ein wenig Liebe zu Folk/Country aufdecken darf, um der Band mehr Tiefe zu geben. Dazu lassen sich The Chevin bei ihrer gelungenen Ballade mehr als nur inspirieren. Die Ähnlichkeiten zu Keane-Großtaten („Watch How You Go“ von Strangeland) sind unüberhörbar (Vorzeigebeispiel: „Beautiful World“). Aber wenn man schon klaut, dann nur bei den Besten und Größten. Und genau dies tun The Chevin auch. Mit Erfolg.

„Borderland“ ist ein Album, welches Pop/Rock-Fans sofort ins Ohr gehen dürfte. Hier gibt es keine Ungereimtheiten, sondern nur Stadionrocker am Fließband. Die schaffen es dann auch noch, nicht allzu künstlich zu klingen. Das verdient ordentlich Respekt, denn auch wenn alles verdächtig bekannt scheint, muss man so eine Vielzahl an großen Melodien erst mal aus dem Ärmel schütteln. Jetzt darf The Chevin nur nicht in dieselbe Falle tappen, die schon The Killers zum sanften Abstieg verholfen hat. Das Schema F wurde auf dem Debüt ausgereizt. Jetzt muss die Band einen Weg finden, diese Hymnenveranlagung gut zu nutzen. Ansonsten findet man sich im Mittelmaß bei Snow Patrol wieder, die sich seit Jahren nur noch selbst zitieren.

Anspieltipps:

  • Drive
  • Gospel
  • Beautiful World

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