Smashing Pumpkins - Mellon Collie And The Infinite Sadness (Deluxe Edition) - Cover
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Smashing Pumpkins Mellon Collie And The Infinite Sadness (Deluxe Edition)


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 500 Minuten
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10/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Zwar keine Jubiläumsausgabe, aber dennoch äußerst luxuriös: Das erste Remaster des wohl besten Smashing-Pumpkins-Albums.

Seit einem Jahr arbeitet das Virgin-Label chronologisch den Back Katalog der Smashing Pumpkins mit feinen Deluxe Editionen ihrer frühen Alben auf. Bis dato wurden drei dieser liebevollen Re-Releases auf den Markt gebracht, durchkreuzt von der Veröffentlichung des Comeback-Albums „Oceania“ (06/2012), das zwar einen künstlerisch geerdeten Billy Corgan, aber keinen in absoluter Höchstform zeigte. Mit „Mellon Collie And The Infinite Sadness“ geht nun die Re-Release-Reihe weiter und schon an der Aufmachung der limitierten Super-Luxusausgabe lässt sich festmachen, dass es sich um die Königsveröffentlichung handelt.

Während die 08/15-Ausgabe des Doppelalbums lediglich als erstmalig digital remasterte Version daherkommt, muss für das großformatige, fünf CDs und eine DVD umfassende Box-Set erst einmal Platz in der Wohnung geschaffen werden. Danach wird beim Chef ein Urlaubsantrag notwendig, um sich durch die insgesamt 107 (!!!) Tracks (davon allein 64 bisher nicht veröffentlicht bzw. in alternativen Versionen) zu arbeiten, die in die Kapitel „Dawn to Dusk“, „Twilight to Starlight“, „Morning Tea“, „High Tea“ und „Special Tea“ aufgeteilt sind.

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Bereits in der gewaltigen Urversion aus dem Jahr 1995 ist „Mellon Collie And The Infinite Sadness“ ein Koloss mit 28 Songs und zwei Stunden Spielzeit, aus dem die Songs „Bullet with butterfly wings“, „1979“, „Tonight, tonight“ und „Thirty-three“ als Singles ausgekoppelt wurden. Musikalisch streckt sich das Feld von orchestraler Popmusik über Progressive-, Alternative-, Hard- und Art-Rock bis hin zu Heavy Metal, wobei die Grundstimmung eher düster ist und sich der Hörer ein ums andere Mal von der Wucht der Songs erschlagen fühlt.

Dass Billy Corgan als kein leichter Charakter gilt und nur selten für Kompromisse zu haben ist, beweist er endgültig, als er der Plattenfirma das ambitionierte Doppelalbum „Mellon Collie And The Infinite Sadness“ vorlegt. Solche Werke sind in der Regel (allein aufgrund des höheren Preises) schwerer zu vermarkten und künstlerisch nicht selten in der „Lieb‘ mich oder hass mich“-Falle gefangen. Trotzdem geht Virgin Records das Wagnis ein (beim späteren „Machina“-Doppelalbum war es bereits aus mit der Liebe zwischen Virgin Records und Billy Corgan und das Label verzichtete gleich ganz auf die Veröffentlichung des zweites Teils) und bringt „The Wall“ für die Generation X auf den Markt. Mit Erfolg!

Mit mehr als 16 Millionen verkauften Einheiten entfallen auf den Doppellongplayer fast 50% der gesamten Albumverkaufszahlen der Smashing Pumpkins. Damit ist dieser vollkommen depressive Songzyklus nicht nur das kommerzielle Highlight, es stellt auch das unangefochtene Meisterwerk dieser Band dar, die danach auseinanderfiel und das kreative Höchstmaß von „Mellon Collie And The Infinite Sadness“ in neuer Besetzung nie wieder erreichte. Nichtsdestotrotz haben die „alten“ Smashing Pumpkins einen der definitiven Meilensteine der 90er Jahre hinterlassen, der nun in einer Form präsentiert wird, die selbst mit dem Prädikat „üppig“ noch zu schwach beschrieben wäre. Deshalb hier noch einmal zum mitschreiben:

Die sechs Silberlinge werden in einem mit roten Samt beklebten Disc-Halter präsentiert, aus mitgelieferten Ausschneidebögen können sich geneigte Fans ihr eigenes „Mellon Collie“-Universum basteln, es gibt ein Textheft im XXL-Format sowie ein Mega-Booklet mit allen Produktionsinfos. Aus diesem Grund kann dieses Monstrum auch nicht zum Taschengeldtarif angeboten werden. Doch wer sich „Mellon Collie And The Infinite Sadness“ Ende 1995 von seinem Taschengeld kaufte und ins Herz schloss, sollte heute so viel verdienen, dass er sich diese einmalige Wundertüte leisten kann.

Anspieltipps:

  • 1979
  • Zero
  • Love
  • Bodies
  • Beautiful
  • Stumbleine
  • In the arms of sleep
  • Farewell and goodnight
  • Fuck you (and ode to no one)

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