Pierre Omer - Stewarts Garages Conspiracy - Cover
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Pierre Omer Stewarts Garages Conspiracy


  • Label: Radiogram Records/Broken Silence
  • Laufzeit: 37 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Mischung macht’s: Rock’n’Roll, Trash und Gypsy Swing. Musik aus der konspirativen Garage.

Pierre Omer ist Sohn eines Inders und einer Franco-Schweizerin, geboren wurde er in London. Aufgewachsen und zur Musik gekommen ist er in Genf. Seine ersten musikalischen Berührungspunkte waren das Cabaret und die Experimental- und Improvisationsszene in Genf. Mitte der 90er gründete er The Dead Brothers mit denen er vier Alben für Voodoo Rhythm Records einspielte. Seit 2001 komponiert er auch Musik fürs Theater, im selben Jahr gründete er mit Denis Schuler das Duo Les Collegues Pasha. Als Produzent und Filmkomponist trat er 2007 in Erscheinung. Sein Solo-Debüt erschien 2009, gefolgt vom 2011er „Do The Gypsy Thing“. Nun liegt sein neues Album „Stewarts Garages Conspiracy“ vor.

Nachdem sich bei Omer einige Songskizzen und Ideen angesammelt hatten, wurde ein konspiratives Treffen in einer Garage im Londoner Stadtteil Fulham vereinbart. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich das Space Eko-Studio, in dem das Album schließlich aufgenommen wurde. Neben The Stewarts Garages Conspiracy Crew, waren einige Gäste zugegen, die zusätzliche musikalische Spannungsmomente erzeugten.

Das lässige „The End Of The World“ eröffnet das Album und klingt wie eine Coverversion eines Outtakes von The Clashs „London Calling“. Die leicht angedubbten Stromgitarren, der voranschreitende Bass und der pulsierende Beat sind eindeutige Merkmale. Auf „I Wanna Go Home“ tuckert gelassen das Banjo, die Blues Harp wimmert und Pierre Omer bringt die Stimmbänder in den Laid-Back-Modus. „Godtown“ pendelt zwischen pluckernder Tom Waits Verschrobenheit und geheimnisvollem Dr. John Voodoo. „I Got My Eyes On You“ fängt den Alan Vega Rock’n’Roll der früher 80er ein. Gypsy Swing und Rock’n’Roll vereint der „International Man Of Mystery“, dem sich die Instrumental-Surf-Ballade „A68“ anschließt.

Auf „Chou Chou“ dominieren trashige E-Gitarren, flankiert von einem Boogie-Piano und der nölenden Stimme Omers. Auf „Charly II“ und dem Hank Williams Cover “Rambling Man” hallen The Cramps und The Gun Club nach. Zum Ausklang greift Pierre Omer in die Tasten des Akkordeons und bringt den Walzer „At Night The Sea Is Ours“ als wehmütiges Shanty mit gefühlvollen Trompetenklängen. Auch wenn bei fast jedem Song in die bunte Referenzkiste gegriffen wird, lebt „Stewarts Garage Conspiracy“ seinen eigenen Charakter aus. Pierre Omer ist somit eine stimmige Mischung gelungen.

Anspieltipps:

  • The End Of The World
  • I Got My Eyes On You
  • Chou Chou
  • Rambling Man

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