Lena - Stardust - Cover
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Lena Stardust


  • Label: Usfo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
8.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Beim dritten Anlauf ist vieles, aber nicht alles anders als vorher.

„Unsere Lena” ist erwachsen geworden. Sie hat sich aus dem Dunstkreis ihres Mentors Stefan Raab (46) verabschiedet, ihr Image vom kindlichen Plappermaul zur attraktiven jungen Frau verändert sowie musikalisch den nächsten Schritt gewagt und sich von den im Hauruckverfahren durchgepeitschten Album-Produktionen mit raabschen Soul-Funk-Pop-Kompositionen losgesagt.

Für ihre drittes Album, „Stardust“, hat sich Lena (21) über ein Jahr Zeit gelassen und mit Produzenten und Songwritern wie Sonny Boy Gustafsson (Captain Murphy), Swen Meyer (Kettcar, Tomte, Tim Bendzko), Lina Carlsson (alias Miss Li), Johnny McDaid (Snow Patrol, Gary Go, OneRepublic) und Alexander Schroer (Mobilée) zusammengearbeitet. Dabei veränderte die Hannoveranerin ihren Stil in Richtung handgemachter Folk-Pop-Musik und legte zudem ihren immer leicht künstlich wirkenden englischen Akzent ab, der heuer nur noch beim (den Hidden Track nicht mitgerechnet) finalen „Don’t panic“ heraussticht, das auch noch ein wenig bei Lenks „The show“ geklaut zu sein scheint.

Durch die künstlerisch gewiss als weise zu betrachtende Neuausrichtung, hat die Hit-Dichte auf Lenas drittem Album zugunsten anspruchsvollerer Kompositionen gefühlt etwas nachgelassen, auch wenn die erste Singleauskopplung („Stardust“) durchaus flott ins Ohr geht. Doch wer sich intensiver mit dem Longplayer beschäftigt, wird auch auf „Stardust“ potenzielle Radiohits wie „Better days“ oder auch „Bliss bliss“ finden, ohne dass die Vielfalt und Qualität auf der Strecke bleiben. Natürlich sind auch die Songs auf den ersten beiden Longplayern der 21-Jährigen nicht als eindimensional zu bezeichnen, aber streckenweise wie von einem unterschwelligen Zwang getrieben, es jedem recht machen zu wollen. „Stardust“ wirkt in diesem Punkt runder, musikalisch ausgefeilter und bei allem Abwechslungsreichtum direkter und persönlicher auf den Charakter der Sängerin zugeschnitten.

Grundsätzlich hat Lena Meyer-Landrut mit „Stardust“ ein gutes Werk abgeliefert. Dass das allein leider kein Maßstab für Erfolg ist, gehört zu den Gesetzen der Branche. Denn wenn man ehrlich ist, hat sich der Hype um die Grand-Prix-Teilnehmerin inzwischen deutlich gelegt, sodass es selbst mit einem Bündel guter Songs schwer werden wird, die Erfolge der Vergangenheit zu wiederholen. Zu wünschen wäre es Lena dennoch, denn die Szene braucht frisches Blut, das sie eindeutig eingebracht hat. Wenn ihr nun noch etwas Geduld für die künstlerische Entwicklung zugestanden wird, die sich bereits auf „Stardust“ in die richtige Richtung bewegt, können alle zufrieden sein.

Anspieltipps:

  • Stardust
  • Bliss bliss
  • Better days
  • Goosebumps
  • Neon (lonely people)

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