I Build Collapsible Mountains - Songs From That Never Scene - Cover
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I Build Collapsible Mountains Songs From That Never Scene


  • Label: Stargazer Records
  • Laufzeit: 35 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Lo-Fi-Singer/Songwriter aus Schottland mit sanften, Melancholie sprühenden Songs.

Edinburgh, Schottland. In einem Appartement schließt sich ein junger Mann in eine 2x2 Meter große Abstellkammer ein. Er will Songs schreiben, verfolgt die Absicht nicht eher den Raum zu verlassen bis er mindestens drei oder vier im Kasten hat. Nach fünf Tagen war sein Album fertig. Der Mann aus Edinburgh trägt den bürgerlichen Namen Luke G Joyce und hat jene Songs unter dem Namen I Build Collapsible Mountains an Stargazer Records geschickt. Dort sitzt glücklicherweise Isabel Parzich, die nicht der wirtschaftlichen Effizienz wegen entscheidet, sondern Künstlern eine Plattform bietet, die es verstehen den Hörer zu berühren und ihn auf ehrliche Art und Weise zu ergreifen.

Luke Joyce aka I Build Collapsible Mountains ist außerdem als Fotograf und Filmemacher unterwegs, hatte mit seiner Kamera Mogwai, RM Hubbert, Esperi etc. fotografiert und war für das Artwork von Admiral Fallows Debütalbum verantwortlich. Zur Musik kam er als 10-jähriger, nachdem ihm seine Oma eine spanische Gitarre geschenkt hatte. Kurze Zeit später erkrankte er schwer, war für ein Jahr ans Bett gefesselt und brachte sich in dieser Zeit selbst das Gitarre spielen bei. Dies war sozusagen die Geburtsstunde des Singer / Songwriters Luke Joyce. Erste Meriten verdiente er sich in diversen Bands, um dann unter dem Namen I Build Collapsible Mountains sein Debüt „The Spectator & The Act“ aufzunehmen.

Der Nachfolger „Songs From That Never Scene“ entstand unter oben beschriebenen Umständen und der Künstler erläutert: „SFTNS ist the most personal record I have ever recorded. This record is a musical therapy session. This album was nearly my legacy, my literal swan song.” Eine Therapiesitzung? Schwanengesang? Die ersten Takte des am Anfang stehenden Titelsongs zeigen bereits die Simplizität auf, mit der IBCM zu Werke geht. Mit wenigen Akkorden und seiner dezent gehauchten Stimme erzeugt er eine einsame Stimmung, die auf „Carousel“ ein wenig aufgehellt wird. Neben seinem Akustikgitarrenspiel sind vereinzelt perkussive Elemente, Glockenspiel oder eine Violine zu vernehmen.

Partiell erinnert der Schotte an Björn Kleinhenz, der eine verwandte Stimmfärbung hat und eine ähnliche Atmosphäre mit seinen Songs herbeizaubert. Mit einfachen Mitteln gelingt es IBCM die Aufmerksamkeit des Zuhörers zu gewinnen. Dabei entsteht eine Beziehung, bei der er seine Songs lediglich auf seine Art „erzählen“ will, um dabei zwischen ihm und Zuhörer eine Balance aus Nähe und Distanz aufzubauen. So berühren die Songs auf eine sanfte Weise, bilden einen musikalischen Spiegel, in dem sich der Zuhörer mit den Augen des Singer/Songwriters betrachten kann. Dieses Album kriecht nicht unter die Haut, auch die Gänsehaut bleibt aus, dennoch hat es einen ganz eigenen Zauber und sprüht mit sanfter Melancholie. Luke Joyce aka IBCM ist kein Herzensbrecher, aber einer, der mit Ehrlichkeit die Herzen ergreift.

Anspieltipps:

  • Song From That Never Scene
  • When You Forget The Knives
  • Her To Him
  • Swan Song

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