Elvenking - The Winter Wake - Cover
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Elvenking The Winter Wake


  • Label: AFM Records
  • Laufzeit: 52 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Künstlerische Stagnation im Märchenwald.

Was bleibt, wenn eine innovative, ja, fast schrullige Metal Band aus Italien älter wird und wächst? Elvenking haben in ihrer Karriere viele Antworten auf diese Frage gegeben und keine gleicht der anderen. Während „Heathenreel“ noch das klare Absetzen von der Masse italienischer Power Metal Bands war, wurde „Wyrd“ zum Folk-Overkill inklusive Verzicht auf großartige Experimente und dem einmaligen Ausweichen auf einen neuen Sänger. „The Winter Wake“ will nun das Optimum aus beiden Outputs herausholen und quasi einen Gesamtüberblick bieten. Die Herren Aydan (Gitarre), Gorlan (Bass), Zender (Schlagzeug) und Elyghen (Keyboards) holen sich nach dem eher kurzen Gastspiel von Frontröhre Kleid wieder Damnagoras ans Mikro und den Songwritingtisch zurück. Und nähern sich dem beliebten Debüt wieder etwas verstärkt. Ist das so? Die Wahrheit ist da doch schon etwas komplizierter...

Als erstes fällt auf, dass die Growls fehlen. Vom Reibeisen Jarpen hat man sich getrennt und seine sinistre Grunzkunst soll während der gut 50 Minuten schmerzlich vermisst werden. Es ist nicht so, dass er für die Ecken und Kanten sorgte. Eher fehlt der Gruppe ein nicht zu unterschätzender Kontrastpunkt, der den kleinen aber feinen Unterschied zumindest unterstrich. Sänger Damnagoras stämmt das Gesangliche also ganz allein, während die Band mehr denn je in die Sphären des Hochglanz-Power Metals zu versinken droht. Wie auf dem Vorgänger herrscht ein sehr folkiger Einschlag, der ab und zu auch gerne die absolute Überhand übernehmen darf („Rouse Your Dream“). Zwei eher experimentelle Stücke, „Trows Kind“ und der Titelsong erinnern an die wilden Tage von Elvenkings Vergangenheit und sind neben der (viel zu kurzen) Akustik-Ballade „Disillusion's Reel“ ohne Frage die interessantesten Tracks auf „The Winter Wake“. Für den Titeltrack hat man sich sogar Schmier von den Teutonen-Thrashern Destruction ins Boot geholt, der hier für die härteren Momente zuständig ist, aber streng gesehen keinen Ersatz für Elvenkings ehemaligen Grunzer bieten kann.

Der Rest von „The Winter Wake“? Nichts revolutionäres. Nichts neues. Nichts, was man schon besser von dieser Band gehört hat. Die Folk Metal Parts orientieren sich an denen des Vorgängers und sind mit Sicherheit schöne Schmankerl für Freunde der Musikrichtung. Viele der experimentellen und progressiven Elemente sind aber aus reiner Notwendigkeit und Routine entstanden und längst nicht so überraschend und kauzig, wie es einmal bei Elvenking der Fall gewesen ist. Die Band hat sich offenbar mit dem „Power Metal kann sich nur mit gezielten Einsätzen von Prog-Arrangements weiterentwickeln“-Virus angesteckt, während auf der anderen Seite das Dargebotene so generisch und bieder herkommt wie noch nie. Als drittes „Make it or break it“-Album setzt „The Winter Wake“ somit keine Akzente und wirkt sehr blutleer und mittelmäßig. Nur Power Metal Fanatiker dürften daran Freude haben. Andere nehmen die Umleitung zu anderen Bands oder dem Backkatalog Elvenkings.

Anspieltipps:

  • Trows Kind
  • The Winter Wake
  • Disillusion's Reel

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