Elvenking - Two Tragedy Poets (... And A Caravan Of Weird Figures) - Cover
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Elvenking Two Tragedy Poets (... And A Caravan Of Weird Figures)


  • Label: AFM Records
  • Laufzeit: 43 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Erwachsen gewordener Folk-Rock, der nicht nur Fans von Elvenking gefallen dürfte.

Nach dem belanglosem und unkreativen „The Scythe“ sind Elvenking in einer Sackgasse angelangt. Viele Fans fühlten sich von der Band und ihrem rapiden Wechsel des Sounds hintergangen und konnten die Italiener musikalisch kaum noch einschätzen. „Two Tragedy Poets (...And A Caravan Of Weird Figures)“ ist da ein gut gemeinter Kompromiss (eine Entschuldigung?) der Band. Auch wenn das Werk nichts weiter als eine Kompilation von Re-Arrangements alter Songs, einem Cover sowie einigen neuen Liedern ist und somit nicht als Studioalbum per se durchgehen kann, machen Elvenking genau das, was sie am besten können. Die Kompilation der einzelnen Songs als Experiment zu werten – und genau das tun Elvenking selbst – wäre da etwas hoch gegriffen. Die Italiener Damnagors (nennt sich fortan übrigens nur noch Damna und lümmelt hinterm Mikro rum), Aydan (zupft die Klampfe und hat auch mittlerweile Growls gelernt), Gorlan (Bass), Zender (Schlagzeug) und Elyghen (Keyboard) gehen klar auf Nummer sicher und knüpfen zu keiner Zeit an ihr direktes Vorgängerwerk an.

„Two Tragedy Poets (...And A Caravan Of Weird Figures)“ ist de facto das rudimentärste Album, welches man hätte von der Band erwarten können. Der Fokus auf Folk, welcher besonders auf den Longplayern „Wyrd“ und „The Winter Wake“ präsent war, findet schließlich seinen Höhepunkt in Form eines fast ausschließlich akustischen Materials. Einige alte Nummern wie „The Winter Wake“ oder „The Wanderer“ bekommen so tatsächlich einen neuen Charakter, während „Another Awful Hobs Tale“, die „Fortsetzung“ von „Hobs 'n Feathers“ des Albums „Heathenreel“, in die so sehr vermisste Power-Folk Kerbe schlägt. Die vielleicht großartigsten Momente finden sich bei dem Rausschmeisser „Miss Conception“, welches sowohl vom lyrischen als auch musikalischen Standpunkt aus als Hommage an die mittelspäte Phase Skyclads zu verstehen ist und so locker und natürlich erscheint, als seien Elvenking nie von ihrem Kurs abgekommen. Überraschenderweise funktioniert auch das Belinda Carlisle-Cover „Heaven Is A Place On Earth“ im zügigen Power Metal Gewand gut. So mancher Metaler wird sicherlich nach dem Sinn einer solchen Wahl fragen. Allerdings sind es oftmals Songs anderer Genres, die als metallisches Cover besonders interessant werden. Der Elfenkönig macht da keine Ausnahme!

Es grenzt an Ironie, dass gerade ein Album wie „Two Tragedy Poets (...And A Caravan Of Weird Figures)“ mit der Ausrichtung auf etwas Power Metal und hauptsächlich Folk Rock, das beste Werk seit „Heathenreel“ geworden ist. Sichtlich gereift und trotz einigen schlecht gewählten Experimenten in der Vergangenheit, präsentieren die Italiener von Elvenking ihr Material in einem sehr erwachsenen Gewand, welches nicht nur Fans der älteren Alben zufrieden stellen sollte, sondern auch das Potential besitzt außerhalb des Metals einen neuen Hörerkreis gewinnen zu können.

Anspieltipps:

  • Another Awful Hobs Tale
  • Ask A Silly Question
  • Heaven Is A Place On Earth
  • Miss Conception

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