Why? - Mumps etc. - Cover
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Why? Mumps etc.


  • Label: City Slang/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 39 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

In HipHop getauchter Indie-Pop. Einzigartig süchtig machend.

Zum neuen Jahrtausend begann Yoni Wolf mit einem 4-Track Recorder, erste Songs für die damals noch als Soloprojekt fungierenden Why? aufzunehmen. Seine naturgegebene Erzählkunst und freigeistige Form von HipHop ließen die renommierten Labels Anticon und Tomlab auf Why? anspringen, was bereits auf den früheren Alben eine außerordentliche Wirkung hatte. Wie auch die Artverwandten von Themselves oder Fog, benötigt die durch Bruder Josiah Wolf und Doug McDiarmid vervollständigte Kernformation keine klare Genre-Zuteilung und tauscht auf zwingende Weise das Testosteron aus gestähltem Rap gegen die Spielfreude von Indie-Pop, um am Ende doch Sprechgesang zu bleiben. „Alopecia“ (2008) sowie das aus den gleichen Sessions stammende „Eskimo Snow“ (2009) bescherten den Amerikanern erstmals ein größeres Publikum, so dass der Wechsel für den europäischen Markt zu City Slang (u. a. The Notwist, Calexico) vollzogen wurde.

Die Vorab-EP „Sod In The Seed“ deutete es mit dem Titeltrack schon an: Yonis Wortgewalt und seine detailliert vereinnahmenden Geschichten haben es bis ins Jahr 2012 geschafft und auch seine Mumps-Erkrankung ist überstanden. Davon erzählt der rhythmisch grandios inszenierte Opener „Jonathan´s Hope“ des bezeichnend betitelten „Mumps, etc.“. Auf die Percussions und das leicht neben der Spur groovende Schlagzeug legt sich die Leidensgeschichte, welche noch weitere Stücke auf sarkastische wie unterhaltende Art dominiert. Egal wie die Themen gelagert sind: „Mumps, etc.“ ist wie alle vorigen Why?-Alben ein bezaubernder Beweis für die tiefe Hingabe zu ausgeformten Lyrics. Immer dem Song dienlich und herrlich fließend.

So zeigt sich die Musik mit größerem HipHop-Anteil als zuletzt wieder fixierter. Wenn auch etwas zu sehr in den Hintergrund gemischt, gibt es massig Beispiele für ihre Strahlkraft. Komplett auf Samples verzichtend, leisten die Beats, eingerahmt von Bläsern, allerlei Schlagwerk, Klavier und Streichern einen komplexen Umbau für die Gemälde eines Jonathan „Yoni“ Wolfs. Er malt mit Worten, die anregenden Farben sind Buchstaben und das vorliegende Werk die Zukunft von storytelling Indie-Pop mit HipHop-Grundierung.

Anspieltipps:

  • Jonathan´s Hope
  • Strawberries
  • Sod In The Seed
  • Distance
  • Bitter Thoughts

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