Benjamin Gibbard - Former Lives - Cover
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Benjamin Gibbard Former Lives


  • Label: City Slang/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 37 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Was sich so alles in acht Jahren ansammelt und nicht für seine Hauptband Death Cab For Cutie geeignet scheint.

Das Solo-Debüt von Benjamin Gibbard (Death Cab For Cutie, The Postal Service) bedeutet keineswegs das Aus seiner erfolgreichen Hauptband. So gesund wie nie zuvor, beurteilt Ben derzeit das Bandgefüge und schickt voraus, dass es in absehbarer Zeit keinen weiteren Alleingang geben wird. Schließlich war der umtriebige Sänger und Gitarrist nicht auf der Suche nach einem Neuanfang, sondern beherbergte über den Zeitraum von acht Jahren entstandene Songs, die nicht recht zu Death Cab For Cutie passten und daher nun kompiliert auf „Former Lives“ ihre Veröffentlichung erfahren.

Damit sind wir auch schon beim Knackpunkt dieser Platte: Sie wirkt weniger wie ein Album als eine Compilation Country/Folk-dominierter Stücke. Deutlich spontaner und damit nahbarer tönen sie aus den Boxen und setzen das wunderbare A-Cappella-Kleinod „Shepherd´s Bush Lullaby“ an den Anfang. Es geht um einen verregneten Tag in London und ähnelt einem besungenen Blick hinter die Kulissen des Touralltags. „Teardrop Windows“ greift beherzt zum Folk-Rock, schickt Gitarre und Piano hinaus, um schließlich zum Duett „Bigger Than Love“ überzugehen. Aimee Mann erhöht die Intensität durch ihre eindringliche Stimme und harmoniert perfekt mit den gleichermaßen sehnsüchtigen Vocals von Ben Gibbard. Erneut geben das Piano und melodie-getränkte Gitarren den Ton einer positiv gestimmten Platte vor.

Schöne Momentaufnahmen gibt es zuhauf, denn die Bläser in „Something´s Rattling (Cowpoke)“ sind in ihrer Calexico-Affinität schon für sich eine feine Auflockerung zwischen der großartigen Schwermut aus dem Death Cab For Cutie-Kosmos. Viel mehr als das bietet „Former Lives“ nicht an, suhlt es sich doch viel zu gerne in mitunter spannungslosen Folk-Regionen. Die Songs sind ohne Druck entstanden, ein wenig nachlässig und am besten, wenn Aimee Mann mitmischt. Bezeichnenderweise ist das nur bei „Bigger Than Love“ der Fall und dieses Solo-Debüt schlicht ein ordentliches Zeitdokument von „eight years, three relationships, living in two different places, drinking then not drinking“, wie es der Amerikaner selbst beschreibt.

Anspieltipps:

  • Shepherd´s Bush Lullaby
  • Bigger Than Love
  • A Hard One To Know
  • Lady Adelaide

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