Amanda Mair - Amanda Mair - Cover
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Amanda Mair Amanda Mair


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 35 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Die 18jährige Schwedin wird mit Majorlabel-Power in Position gebracht. Nur welche soll das sein?

Es stellt sich vor: die 18jährige Schülerin Amanda Mair aus Schweden, die durch glückliche Umstände (Zufälle gibt es im Leben nicht!) auf den Radarschirm des Labrador Labelchefs Johan Angergard geraten ist, der den Teenager vom Fleck weg für das vom ihm geleitete Indie-Label verpflichtete, ohne dass es vorher ein Demotape oder den üblichen MySpace-Irrsinn gegeben hat. Die Stimme der Schülerin hat den Frontmann von The Legends schlichtweg überzeugt und zur Produktion eines kompletten Albums für den Teenager animiert.

Der Schwede Philip Ekström wurde beauftragt, die Songs für das Debüt der jungen Schwedin zu schreiben und zu produzieren. Der Mastermind der Indie-Popper The Mary Onettes schrieb Amanda Mair zehn leichtgängige Indie-Popsongs mit dezentem Electro-Touch (und wenn es nur der Hall auf den Keyboards ist) auf ihre jugendlich säuselnde Stimme, die allesamt nach dem gleichen Schema funktionieren und durch einen erhöhten Niedlichkeitsfaktor auffallen.

Dass die Schweden ein besonderes Näschen für eingängige Popmusik besitzen, ist nicht erst seit ABBA ein unbestrittener Fakt. Zuletzt waren die Songs von Lykke Li aus dem aktuellen Radioprogramm nicht wegzudenken und sorgten überall für kommerzielle Aha-Erlebnisse. Genau an dieser Stelle soll auch das von Sony Music vertriebene Debüt von Amanda Mair platziert werden, das mit authentischer Teenager-Lyrik (große Gefühle, große Liebe, großes Drama) und durch und durch harmlosen Arrangements zumindest den Faktor „Radiotauglichkeit“ erfüllt.

Darüber hinaus wird die Luft allerdings sehr schnell sehr dünn. Ausgelöst durch das konstruierte und auf die jugendliche Sängerin zugeschnittene Songmaterial verpufft die Wirkung von Mairs Stimme in einem Schneeball aus banalen Liedchen bei nur 35 Minuten Spielzeit in Rekordgeschwindigkeit. Denn da, wo sich bei der noch jüngeren Birdy wenigstens noch ein paar kleinere Häkchen und Ösen im Sound finden lassen, ist bei Amanda Mair nur noch ein glatt geschmirgeltes Teenager-Lamento zu attestieren, das beim Hörer keine Gefühlsausbrüche hervorrufen kann.

Anspieltipps:

  • Sense
  • Doubt
  • Skinnarviksberget
  • You’ve been here before

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