Kosheen - Independence - Cover
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Kosheen Independence


  • Label: Neo/Sony Music
  • Laufzeit: 64 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
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Das Comeback der Bristol-Helden nach fünf Jahren Stille.

Das in Bristol beheimatete Trio Kosheen (Siân Evans, Mark „Substance“ Morrison und Darren „Decoder“ Beale) zählte Ende der 90er Jahre, Anfang der Nullerjahre zur Speerspitze der vor allem auf der britischen Insel grassierenden Party- und Rave-Welle. Kosheens Debütalbum „Resist“ (10/2001) verkaufte mehr als eine Million Einheiten und machte die Band europaweit zu Genre-Botschaftern für ihr düsteres Soundgemisch aus Drum&Bass, TripHop, Synthie-Pop und Electro. Mit dem Nachfolger „Kokopelli“ (08/2003) untermauerten die Briten diesen Status als Top-Act eines Hypes, der wie so oft auch viele zweitklassige Interpreten nach oben spülte und zur unweigerlichen Verwässerung einer neuen Bewegung beitrug.

Mit „Independence“ legen Kosheen nun das erste Studioalbum seit ihrem 2007er Werk „Damage“ (03/2007) vor, das nach ihrem Wechsel von SonyBMG zu Universal Germany das einzige Album für den hiesigen Major bleiben sollte. Da die drei Musiker in diesen vergangenen fünf Jahren weiterhin aktiv blieben, stellt „Independence“ eine Sammlung von Songs dar, die in dieser Zeitspanne entstanden sind und nach Jahren als Majoract erstmalig auf dem eigenen Label Kosheen Records veröffentlicht werden. Folglich ist der Albumtitel ein schöner Wink an die Industrie, dass DIY eine echte Alternative zu den üblichen Zwängen eines Majorvertrages darstellt.

So wie sich Kosheen in den Nullerjahren mit jedem Album weiterentwickelt und sich auf gewisse Weise den veränderten Hörgewohnheiten des Publikums angepasst haben, ist auch ihr viertes Werk wieder eine zeitgemäße Mixtur aus tanzbaren („Dependency“), düsteren („Zone 8“), spacigen („Something new“) und poppigen („Waste“) Klängen aus der Welt der elektronischen Musik, in der laute Töne weitgehend vermieden werden und Atmosphäre das oberste Gut ist. Damit bleiben sich Kosheen treu und knüpfen, zwar ohne ganz große Ausrufezeichen zu setzen, aber auch ohne zu enttäuschen, an ihre frühen Werke an.

Anspieltipps:

  • Waste
  • Addict
  • Dependency
  • Bella Donna

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