Gorement - Within The Shadow Of Darkness: The Complete Recordings - Cover
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Gorement Within The Shadow Of Darkness: The Complete Recordings


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 109 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Nur für Death-Metal-Archäologen: Gorement geben sich die Ehre und veröffentlichen ihre komplette Diskographie auf einem Doppel-Album.

Anfang der 90er Jahre brodelte es in Schwedens Metalszene. At The Gates, Dark Tranquillity und In Flames begründeten den Göteburg Sound und plötzlich stammten 70% der Veröffentlichungen aus dem mittleren Zipfel Skandinaviens oder Bands aus aller Herren Länder orientierten sich an dem einzigartigen Melodieverständnis von Strömblad, Björler & Co. Die ebenfalls zu dieser Zeit gegründeten Gorement hatten zwar mehr Interesse an der rohen Natur eines Dismember- oder Entombed-Outputs, dennoch sorgten die Herrschaften Jimmy Karlsson (Gesang), Patrik Fernlund (Gitarre), Daniel Eriksson (Gitarre), Nicklas Lilja (Bass) und Robin Bergh (Schlagzeug) mit ihren ersten Demos und Promos, sowie dem Album „The Ending Quest“ von 1994 für eine wachsende Fanschar im Untergrund.

Mittlerweile sind Gorement lediglich Freudentränen in den Augen versierter Szenekenner und Originalaufnahmen werden zu Wucherpreisen auf Ebay gehandelt. Doch mit der Zusammenstellung „Within The Shadow Of Darkness: The Complete Recordings“ will Century Media diesem Umstand entgegen wirken und veröffentlicht eine prall gefüllte Schatzkiste für alle Schwedendeathfans. Den Auftakt in diesem Doppel CD-Paket macht das Debüt „The Ending Quest“, für dessen zeitgemäße Politur erneut Metalurgestein Dan Swäno herangezogen wurde: „Gorement war eine der ersten Bands, außerhalb meines Freundeskreises, mit der ich gearbeitet habe. Das erste Demo wurde mit einem 4 Track Portastudio aufgenommen und ich muss sagen, dass ich sehr überrascht war, dass der Sound dieses Demos nach der Überarbeitung absolut brachial klingt!!“ frohlockt der 39jährige und in der Tat klingen die zehn Tracks des Albums wesentlich taufrischer und wuchtiger als noch vor 18 Jahren. Einzig und allein die Kreissäge im Hintergrund hätte Swäno während der Produktionsphase ruhig abdrehen können.

Ansonsten bekommen Interessierte ein räudiges Schwedentodalbum, das nicht nur ordentlich Stoff gibt („Vale of tears“, „Obsequies of mankind“), sondern auch in Doom-Gefilden wildert („Human relic“, „Sea of silence“), epische Strukturen sein eigen nennt („Silent hymn (for the dead)“) oder als Cradle Of Filth-Hommage spannungsgeladen dem Bombast frönt („Into shadows“). Die Tracks der ersten Demos, welche sich auf der zweiten CD befinden, sind hingegen weniger subtil und poltern ungehalten in Brachialsphären jenseits von Gut und Böse aus den Lautsprechern, sodass sich wohl selbst Glen Benton während der ultratiefen Growls von „Human relic“ oder „Moulder within“ des damaligen Sängers Mikael Bergström unter seine Decke verkriechen würde. Wirklich herausragende Juwelen gibt es bis zur „The Memorial - EP 1992“ jedenfalls nicht zu entdecken, da Gorement in den Stücken davor nur den Vorwärtsgang kennen und die Produktion mehr als bescheiden ihre Aufwartung macht.

Diese ist auf der 1992er EP nicht unbedingt besser und ein omnipräsentes Grundknistern schmälert das Vergnügen an den durchdachten Todesbleinummern („The memorial“, „Into shadows“), doch abgesehen von diesem Manko holzen die Schweden ziemlich effizient und mitreißend durch das Unterholz. Richtig spannend wird es dann mit der abschließenden „Promo 1995“, wo eine große Portion Motörhead in das Schaffen Einzug hält und lässiger Death´n´Roll geboten wird („Garden of delight“, „Profound harmony“, „Soulless sanity“). Als kleinen Bonus bietet die Doppel CD zwar noch fünf Live Tracks, wer allerdings nicht auf weißes Rauschen mit undefinierbaren Nebengeräuschen steht, sollte sich diese unmenschliche Tortur besser nicht antun.

Fazit: Wer an schwedischer Todesbleihistorie interessiert ist, greift zu und freut sich über ein facettenreiches Old School-Doppelalbum einer wandlungsfähigen Band. Alle anderen sparen sich das Geld für ein möglicherweise kommendes Comeback.

Anspieltipps:

  • The Memorial
  • Into Shadows
  • The Lost Breed
  • Garden Of Delight

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