H.I.M. - XX: Two Decades Of Love Metal - Cover
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H.I.M. XX: Two Decades Of Love Metal


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 76 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Dark-Rocker um Ville Valo rühren mit alten Hits die Werbetrommel für 2013.

Sieben Studioalben haben H.I.M. aus Finnland schon herausgebracht. Nach 2004 werden sie mal wieder mit einer Hitsammlung von ihrer ersten Plattenfirma geehrt (zurzeit sind H.I.M. auf der Suche nach einem neuen Vertragspartner). Neues Material gab es in der Zwischenzeit genug. Die Wartezeit auf das für 2013 angekündigte „Tears On Tape“ soll schön verkürzt werden und die einschlägigen dunklen Printmedien überschlagen sich mit Interviews zu Promotionszwecken. Ein einziger brandneuer Song namens „Strange World“ wird als Anreiz draufgelegt. Das klingt nicht so opulent und wirkt zudem noch stark einfallslos.

Dieser Track rockt immerhin schön geradeaus und neben Riffbreitseiten erklingt die lange vermisste Stimme von Ville Valo, der energischer und gar nicht mehr so tief wie zu seinen besten Zeiten daherkommt. Die Bewertung „sehr eingängig“, ohne die metallische Härte zu vergessen, bekommt dieser Song, der sich zwar in die Werkschau ganz gut einreiht, jedoch nicht mehr als eine Coverversion des amerikanischen Sänger Ke ist.

Die anderen 19 Tracks illustrieren die Bandbreite der Band: Dunkelgefärbte Popmusik à la „Join me“, amerikanische Alternative-Rockmusik in „Wings of a butterfly“, Doom Metal in „The Kiss of Dawn“, viele Gothic-Balladen wie z.B. „Right here in my arms“ und irgendwie ein Mix aus allen genannten Stilen, scheinen das undurchsichtige Konzept zu sein. Die Klassifizierung „Love Metal“ haben H.I.M. ja selbst genannt, doch vielleicht sollte man sich die Mühe machen, die musikalische Entwicklung von „Your Sweet Six Six Six“ (1997) bis zum heutigen - leider nicht selbst komponierten - „Strange World“ (2012) nachzuvollziehen.

Mastermind Ville Valo mutierte zwischenzeitlich vom kettenrauchenden, trinkenden Herzensbrecher zum zurückgezogen lebenden Anti-Nikotin- und Alkohol-Freak und möchte trotzdem nicht aufhören, das Komponieren seiner pathosgetränkten Werke fortzusetzen. Man darf gespannt sein, was Mister Valo und seine Mannen nächstes Jahr vorlegen. Im schlimmsten Fall tröstet man sich mit diesem Querschnitt durch das Schaffen der „schwarzen“ Finnen. Doch nun gehen Ville Valo und Co. erst einmal auf Plattenfirmensuche, denn die brauchen sie schließlich zur Verbreitung ihrer Musik.

Anspieltipps:

  • Strange World
  • Join me
  • The Kiss of Dawn
  • The Wings of Butterfly
  • Killing loneliness

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